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Uneinigkeit über Herkunft der Angriffe auf türkische Beobachtungsposten

13.6.2019 21:29 Uhr

Die Türkei sagte, ein kürzlich erfolgter Angriff auf Beobachtungsposten in der entmilitarisierten Zone in Idlib sei vorsätzlich durchgeführt worden. Außenminister Mevlüt Cavusoglu kündigte Reaktionen an, wenn die die Angriffe fortgesetzt würden. Russische Quellen schreiben die Attacken der Nusra Front zu und bombardierte Ziele der Terrororganisation.

"Wir denken, dass diese Angriffe gezielt durchgeführt wurden. Wir werden alles Notwendige tun, wenn die Attacken fortgesetzt werden", sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Außenminister Jean Yves Le Drian am 13. Juni in der türkischen Hauptstadt. Das türkische Verteidigungsministerium gab bekannt, dass die syrischen Streitkräfte einen gezielten Angriff auf einen türkischen Beobachtungsposten in der Provinz Idlib mit 35 Mörsergranaten durchgeführt hätten. Bei dem Angriff wurden drei türkische Soldaten leicht verletzt.

Russland macht Jabhat al-Nusra für die Attacke verantwortlich

"Etwa 35 Mörser wurden aus der Region As Shariah abgefeuert, die von den syrischen Streitkräften in der Deeskalationszone von Idlib kontrolliert wurde. Sie zielten auf unseren Beobachtungspunkt Nummer 10 am Berg Zawiya", heißt es in der Erklärung des Verteidigungsministeriums. Die Türkei hat 12 Beobachtungsposten in der Region, um einen Waffenstillstand zwischen den Regimetruppen und den Rebellengruppen im Einklang mit Russland zu überwachen, um eine massive humanitäre Tragödie zu vermeiden.

Der Angriff erfolgte Stunden, nachdem russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf russische Militärquellen meldeten, Russland und die Türkei hätten bis Mitternacht einen vollständigen Waffenstillstand in der Provinz ausgehandelt. Das russische Militär sagte, der Waffenstillstand sei auf die sogenannte Deeskalationszone von Idlib bezogen und habe am 12. Juni zu einer erheblichen Reduzierung der Gewalt geführt, berichteten russische Nachrichtenagenturen.

"Als Garanten des Waffenstillstandes sollten Russland und Iran ihren Einfluss auf das syrische Regime nutzen, um diese Angriffe zu stoppen", sagte Außenminister Cavusoglu und verwies auf den Friedensprozess zur Beendigung des Bürgerkriegs in Syrien. Die jüngsten Berichte zeigen jedoch, dass nicht nur die syrische Armee Positionen in Idlib angreift. Das russische Verteidigungsministerium teilte am 13. Juni mit, dass russische Flugzeuge vier Luftangriffe gegen die Rebellen durchgeführt hätten, wie die Nachrichtenagentur RIA meldete. Das russische Militär sagte, die türkische Armee habe um ihre Hilfe gebeten, um die türkischen Truppen zu schützen, indem sie "Terroristen in Idlib " angriffen. Russland macht die in der Region aktive Nusra Front für die Angriffe auf die türkischen Beobachtungsposten verantwortlich.

Frankreich unterstützt die Türkei bei der Idlib-Initiative

Russland meldet: "Unter Verwendung der von der türkischen Seite bereitgestellten Koordinaten wurden vier Bombenangriffe von den russischen Luftstreitkräften durchgeführt. Infolgedessen wurden große Konzentrationen von Rebellen- und Feldartillerie-Stellungen, von denen der türkische Beobachtungsposten beschossen worden war, zerstört." Russische Offizielle machen weiterhin die mit Al-Qaida verbundenen Nusra-Front für den Angriff auf den türkischen Beobachtungsposten verantwortlich. Die Gruppe ist seit 2017 nicht mehr in Syrien aktiv, hat sich jedoch mit anderen dschihadistischen Gruppen zusammengeschlossen, um Tahrir al-Sham (HTS) zu bilden, eine der mächtigsten Oppositionsgruppen in Idlib.

Der französische Außenminister Le Drian erklärte, er und Cavusoglu hätten die Idlib-Frage während der Gespräche erörtert und Frankreich habe die Unterstützung der Regierung für die Bemühungen der Türkei zur Vermeidung einer humanitären Krise in der Region zum Ausdruck gebracht. "Wir glauben, dass Länder, die einen Einfluss auf das syrische Regime haben, die notwendigen Schritte unternehmen sollten, um die Spannungen in der Enklave abzubauen", sagte er.

(Hürriyet.de)