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UN warnt vor Gewalt im Sudan

12.4.2019 12:20 Uhr

Die UN-Menschrechtskommissarin Michelle Bachelet hat angesichts der anhaltenden Proteste gegen die neue Militärregierung vor Gewalt gegen friedliche Demonstranten gewarnt. "Wir sind sehr besorgt, dass es zu einer Eskalation kommen kann", sagte eine Sprecherin ihres Büros am Freitag in Genf.

Die sudanesischen Streitkräfte hatten den autoritären Präsidenten Omar al-Baschir nach Monaten regierungskritischer Massenproteste am Donnerstag abgesetzt.

Bisher 70 Tote bei Protesten

"Ich rufe die Regierung auf, auf die Forderungen der Menschen einzugehen", sagte Bachelet. "Es müssen gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, unter sinnvoller Beteiligung der Zivilgesellschaft, um die beklagten Missstände zu beseitigen." Nach Angaben des Menschenrechtsbüros kamen bei den Protesten seit Dezember bis zu 70 Menschen ums Leben. Die Gewalt müsse untersucht und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden.

Tausende Menschen hatten trotz verhängter Ausgangssperre der neuen Militärregierung über Nacht weiter protestiert, vor allem auf dem Platz vor der Militärzentrale in der Hauptstadt Khartum. Oppositionsgruppen fordern eine zivile Übergangsregierung und kündigten weitere Proteste an.

(an/dpa)