epa/Salvatore Di Nolfi

UN soll Lage der Uiguren in China untersuchen

4.2.2019 23:15 Uhr

Die Vereinten Nationen sollen die Unterdrückung der uigurischen Minderheiten in der chinesischen Provinz Xinjiang untersuchen, fordern jetzt mehrere Menschenrechtsorganisationen. "Die Misshandlung in Xinjiang ist so schwerwiegend, dass es nach internationalem Handeln schreit", sagte der Chef von Human Rights Watch (HRW), Kenneth Roth, am Montag in Genf. UN-Generalsekretär Antonio Guterres schweige bisher zu "einem der dreistesten Menschenrechtsverstöße", weil er China nicht verärgern wolle. Guterres müsse aber "etwas sagen".

HRW, Amnesty International und mehr als ein Dutzend andere Menschen- und Bürgerrechtsorganisationen forderten eine "internationale Untersuchungsmission" unter Mandat des UN-Menschenrechtsrates, um "die Wahrheit aufzudecken". In Internierungslagern in Xinjiang seien Uiguren "erzwungener politischer Indoktrinierung, dem Verzicht auf ihren Glauben, Misshandlung und in einigen Fällen auch Folter ausgesetzt", erklärten sie. Es gebe Berichte über Todesfälle und Suizide in den Einrichtungen.

Umerziehungslager für Muslime

Experten zufolge werden bis zu einer Million Uiguren und Mitglieder anderer hauptsächlich muslimischer Minderheiten in Umerziehungslagern in Xinjiang festgehalten. Der Welt-Uiguren-Kongress gehe allerdings davon aus, dass die Zahl der Inhaftierten inzwischen auf "vielleicht drei Millionen" angestiegen sei, sagte Dolkun Isa.

UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet hatte sich im September vor dem Menschenrechtsrat besorgt über die Vorwürfe zur willkürlichen Inhaftierung von Uiguren in Xinjiang geäußert. Ihr Büro versuchte ihren Angaben zufolge, Berichte über die Internierungslager zu prüfen. Allerdings wollte Peking UN-Vertreter nur einreisen lassen, wenn diese sich nicht in interne Angelegenheiten einmischten. China sieht in den Lagern "Bildungszentren", die Menschen von "Terrorismus" abhalten und in die Gesellschaft integrieren sollen.

(an/dpa)