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UN-Sicherheitsrat kommt zu Sondersitzung zusammen

9.10.2019 19:40 Uhr

Nach dem Beginn der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien wird am Donnerstag der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Dies teilten Diplomaten am Mittwoch am Sitz der Vereinten Nationen in New York mit. Deutschland und Frankreich hatten die Dringlichkeitssitzung zusammen mit Polen, Belgien und Großbritannien beantragt.

Der am Mittwoch gestartete Militäreinsatz der Türkei stößt international auf scharfe Kritik. Die EU und die Bundesregierung riefen Ankara auf, ihre Offensive gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) in Nordsyrien zu stoppen.

Die Türkei nehme in Kauf, "die Region weiter zu destabilisieren" und riskiere ein Wiedererstarken der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), erklärte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD). Der Militäreinsatz drohe "eine weitere humanitäre Katastrophe sowie neue Fluchtbewegungen zu verursachen".

Zurückhaltung gefordert

Auch die französische Regierung verurteilte die Offensive der Türkei. Paris strebe eine breite Koalition an, um das Thema so schnell wie möglich auf die internationale Ebene zu heben, sagte Frankreichs Europa-Staatssekretärin Amélie de Montchalin. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker rief die Türkei auf, "mit Zurückhaltung zu handeln und den bereits gestarteten Einsatz zu stoppen".

Die Türkei hatte am Mittwoch mit der Syrischen Nationalarmee eine neue Offensive gegen die YPG-Miliz in Nordsyrien gestartet, nachdem die US-Streitkräfte dort das Feld geräumt hatten. Präsident Recep Tayyip Erdogan schrieb im Kurzmitteilungsdienst Twitter, der Militäreinsatz solle die "terroristische Bedrohung" an der Grenze der Türkei beseitigen und für Frieden sorgen. Unmittelbar nach der Ankündigung wurden erste türkische Luftangriffe von der türkisch-syrischen Grenze gemeldet.

Trump: "Schlechte Idee"

US-Präsident Donald Trump hat den Einmarsch der Türkei in Nordsyrien kritisiert. «Die Vereinigten Staaten befürworten diesen Angriff nicht und haben der Türkei deutlich gemacht, dass diese Operation eine schlechte Idee ist», teilte Trump mit. Er verteidigte erneut seine Entscheidung, US-Truppen aus dem syrischen Grenzgebiet zur Türkei abgezogen zu haben.

(be/afp)

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