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UN fordert mehr Hilfe für Venezolaner

11.2.2019 17:49 Uhr

Die Nachbarstaaten Venezuelas sollen ihre Hilfsanstrengungen verstärken, dazu rief nun der Flüchtlingskoordinator der UN Jóse Samaniego auf. Inzwischen gebe es etwa 1,6 Millionen Venezolaner, die als Pendler in angrenzenden Staaten medizinische Versorgung, Lebensmittel oder auch Einkommensmöglichkeiten suchten, sagte Samaniego am Montag in Berlin der Deutschen Presse-Agentur.

Die Zahl dieser Menschen, die Venezuela nicht permanent verlassen wollten, sei zuletzt gestiegen. Samaniego ist regionaler Koordinator des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNHCR.

Obwohl Venezuela über die größten bekannten Erdölreserven weltweit verfügt, fehlen dem sozialistisch regierten Land massenweise Lebensmittel und Medikamente. Hyperinflation macht Bargeld faktisch wertlos. Etwa drei Millionen Menschen sind bereits ins Ausland geflüchtet. Staatschef Nicolás Maduro und der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó liefern sich einen Machtkampf. Das venezolanische Militär blockiert einen Grenzübergang zu Kolumbien und verhindert so auch Hilfslieferungen.

Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit

Samaniego forderte, humanitäre Hilfe nicht zu politisieren, vermied aber jede Parteinahme in dem Konflikt. "Ich denke, wenn Menschen leiden, ist es nie akzeptabel, humanitäre Hilfe zu blockieren. Wir müssen aber auch bedenken, dass humanitäre Hilfe immer nach humanitären Prinzipien erfolgen muss - Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit", sagte er. Wichtig sei es, die Aufnahmeländer zu stärken, um soziale Spannungen zwischen Bürgern der Nachbarländer und geflüchteten Venezolanern zu verhindern. "Die Länder der Region habe in der Krise große Solidarität gezeigt", sagte er. Im Januar hätten täglich etwa 5000 Menschen Venezuela verlassen, diese Zahl sei praktisch unverändert.

(an/dpa)