Symbolbild: epa/Yahya Arhab

UN erweitert Liste der Kriegsverbrecher

3.9.2019 23:53 Uhr

Nach Ansicht einer Expertenkommission der UN sollen möglicherweise Kriegsverbrechen im Jemen verübt worden sein. Dazu zählten Luftangriffe, willkürliche Tötungen sowie das Erschweren von humanitärer Hilfe, heißt es in dem am Dienstag in Genf vorgelegten Experten-Bericht des UN-Menschenrechtsbüros.

Die Bürgerkriegsparteien fühlten sich sicher angesichts "eines allgegenwärtigen Mangels an Verantwortlichkeit". Die UN-Gruppe habe mögliche Verantwortliche identifiziert und eine entsprechend aktualisierte Liste der UN-Kommissarin für Menschenrechte übergeben. "Die internationale Gemeinschaft darf nicht mehr wegsehen", hieß es. Dazu gehöre auch, dass Staaten wie die USA und der Iran ihren Einfluss auf die Kriegsparteien nutzen, um mäßigend einzuwirken.

Bürgerkrieg seit fünf Jahren

Im bitterarmen Jemen tobt seit rund fünf Jahren ein Bürgerkrieg. Die Huthi-Rebellen hatten 2014 große Teile des Landes eingenommen. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt in dem Konflikt die international anerkannte Regierung. Das Bündnis fliegt seit März 2015 Luftangriffe, bei denen immer wieder auch viele Zivilisten ums Leben kommen. Saudi-Arabien sieht hinter den Huthis seinen Erzrivalen Iran. Die auf investigative Recherchen spezialisierte Seite Bellingcat kommt nach der Auswertung von insgesamt 20 Luftangriffen der Koalition zu dem Ergebnis, dass bei vielen keine militärischen Ziele identifiziert werden konnten und deswegen ihre Rechtmäßigkeit in Frage stehe.

(an/dpa)

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