Symbolbild: imago images/Xinhua

UN braucht mehr Geld für Hilfe im Jemen

2.6.2020 0:01 Uhr, von Andreas Neubrand

Hilfsorganisationen drängen auf mehr Geld für das Bürgerkriegsland Jemen. Einige sahen sich sogar schon gezwungen, ihre Arbeiten teilweise einzustellen. Dabei sei ihre Arbeit in der Corona-Krise wichtiger als je zuvor.

Etwa 75 Prozent der UN-Programme im Jemen mussten ihren Betrieb schließen oder ihr Engagement reduzieren. So musste das Welternährungsprogramm der UN die Rationen halbieren. Auch mussten von den 369 Krankenhäusern ganze 189 ihre Dienste reduzieren. Grund ist die Halbierung der Finanzierung durch die USA.

Portionen mussten rationiert werden

"Es bricht einem das Herz, wenn man einer Familie ins Auge schauen muss und sagen muss: "Es tut mir leid, aber das Essen, das sie brauchen um zu überleben, müssen wir halbieren", sagte Lise Grande, örtliche Koordinatorin der UN für den Jemen gegenüber der Associated Press.

Dafür, dass es immer weniger Gelder gibt, gibt es viele Faktoren. Der Hauptgrund ist aber die Behinderung durch die Houthi-Rebellen im Jemen, die die Hauptstadt Sanaa und andere Gebiete kontrollieren. Die USA, einer der größten Geber, haben Anfang des Jahres ihre Hilfe für den Jemen unter Berufung auf die Einmischung der Houthis gekürzt.

Kommen die Houthis der UN entgegen?

Es bleibt abzuwarten, ob die Houthis der Überwachung zustimmen werden und der UN die Möglichkeit geben, den entsprechenden Handlungsspielraum geben werden. Auf einer Geberkonferenz der UN am 2. Juni sollen 2,41 Milliarden US-Dollar für Nothilfen für den Jemen bereitgestellt werden.

Laut Grande arbeiten die Houthis daran transparenter zu werden. Sie hofft nun, dass dies die Geberländer ermutigen werde ihren Beitrag zu leisten. Die Houthis stehen dabei unter Druck, weil sie Informationen zu ihren Corona-Fällen unterdrückt und sich geweigert haben, die Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Riad ist wichtiger Akteur im Bürgerkrieg

Die Konferenz am 2. Juni wird erstmals von Saudi-Arabien ausgerichtet. Raid ist einer der wichtigen Akteure im Bürgerkrieg und bekämpft seit 2015 mit einer Bombenkampagne die vom Iran gestützten Houthi-Rebellen.

Laut jemenitischen Forschern versuche Saudi-Arabien mit dieser Konferenz sein Image aufzubessern. Saudi-Arabien "habe immer versucht, das Narrativ des Bürgerkriegs zu seinen Gunsten zu ändern und sich als Unterstützer der legitimen Regieurng zu präsentieren, die nicht Teil des Konflikts sei", so Maysaa Shuja al-Deen vom Sanaa-Zentrum für strategische Studien.

UN bekämpft Korruption in den eigenen Reihen

Saudi-Arabien war in den letzten Jahren eines der wichtigen Geberländer für humanitäre Hilfseinsätze im Jemen. Laut dem saudischen Botschafter im Jemen, Mohammed al-Jaber, werde das Königreich in diesem Jahr eine halbe Milliarde Dollar der UN für den Jemen zur Verfügung stellen. Allein 25 Millionen Dollar sollen in den Kampf gegen das Corona-Virus fließen.

Auch die Vereinten Nationen haben angefangen die Korruptionsvorwürfe und die Umleitung der Hilfsgelder für den Jemen in ihren eigenen Reihen zu untersuchen.

Mitarbeiter seit drei Jahren ohne Gehalt

Gekürzt wurde vor allem die finanzielle Unterstützung für Tausende Mitarbeiter im Gesundheitspersonal, die seit fast drei Jahren keine Gehälter mehr von der Regierung erhalten haben. Doch ohne Gehälter kann das medizinische Personal in der Pandemie keine Gesundheitsleistung erbringen. 2019 erhielten die Vereinten Nationen Spenden und Hilfsgelder in Höhe von 3,6 Milliarden US-Dollar. Damit verfehlten sie ihr Ziel von 4,2 Milliarden Dollar um 600 Millionen Dollar. Für 2020 haben die UN erst 15 Prozent der benötigten 3,5 Milliarden US-Dollar erhalten.

Seit 2014 tobt im Jemen der Bürgerkrieg, als die Houthi-Rebellen aus dem Norden die Hauptstadt Sanaa einnahmen. Dies zwang den anerkannten Präsidenten des Landes zur Flucht. Seit 2015 versucht Saudi-Arabien die Houthis zu vertreiben. Über das Land wurde ein Land, See- und Luftembargo verhängt.

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