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UN-Beobachter treffen sich erstmals in Hodeida mit Bürgerkriegsparteien

26.12.2018 16:27 Uhr

Der Chef der UN-Beobachtermission im Jemen hat sich am Mittwoch zu einem ersten Gespräch mit Vertretern von Regierung und Rebellen in der strategisch wichtigen Hafenstadt Hodeida getroffen. Bei der Zusammenkunft unter Leitung des niederländischen Ex-Generals Patrick Cammaert im Union Palace Hotel seien alle Mitglieder des Waffenstillstand-Komitees anwesend gewesen, erklärte ein UN-Vertreter. Ein jemenitischer Regierungsvertreter sagte: "Wir erwarten ein gutes Ergebnis."

Unter UN-Vermittlung hatten sich die Konfliktparteien in Schweden auf eine Waffenruhe für die von den Huthi-Rebellen kontrollierte westjemenitische Hafenstadt Hodeida geeinigt, durch die ein Großteil der Hilfen für die hungernde Bevölkerung ins Land kommt. Beide Seiten haben sich in den vergangenen Tagen gegenseitig vorgeworfen, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben.

UN-Mission soll Waffenruhe überwachen

Nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition sind seit Beginn der Waffenruhe am 18. Dezember zehn Kämpfer der Regierungstruppen getötet worden. Die Rebellen warfen ihrerseits den Regierungstruppen vor, binnen 24 Stunden 31 Mal gegen das Waffenstillstandsabkommen verstoßen zu haben.

Die UN-Mission unter Leitung Cammaerts soll die Einhaltung der Waffenruhe überwachen. Der Niederländer war am Samstag im Jemen angekommen. Bei der Sitzung am Mittwoch sollte es um die Umsetzung der Waffenruhe und einen Abzug von Kämpfern aus den Häfen von Hodeida und zwei weiteren Städten der gleichnamigen Provinz gehen. Das Treffen sei "eine Priorität" von Cammaerts Mission, sagte ein UN-Sprecher.

Im Jemen herrscht seit 2015 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt bereits mehr als 10.000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. In dem Land herrscht der UNO zufolge die schlimmste humanitäre Krise weltweit.

(ce/afp)