Symbolbild: epa/Atef Safadi

Ukraine überlässt Holocaust-Überlebenden ihre Plätze in Yad Vashem

23.1.2020 13:54 Uhr

Die ukrainische Delegation hat ihre Sitzplätze beim internationalen Holocaust-Forum in Yad Vashem ihre Sitzplätze jüdischen Überlebenden überlassen. "Wir haben erfahren, dass viele der Holocaust-Überlebenden das Welt-Holocaust-Forum nicht haben besuchen können", schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag vor Beginn des Forums auf Twitter.

"Diese Menschen verdienen diese Ehre am meisten von allen." Die israelische Nachrichtenseite ynet sprach von einer "bewegenden Geste" des jüdischen ukrainischen Präsidenten.

Israels größte Veranstaltung seit Staatsgründung

Staats- und Regierungschefs aus fast 50 Ländern erinnern am Donnerstag in der Gedenkstätte Yad Vashem an die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz vor 75 Jahren. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums handelt es sich um das größte Staatsereignis seit der Gründung Israels 1948.

Es gab allerdings auch Kritik an der Veranstaltung. Mehrere Israelis demonstrierten gegen das kostspielige Treffen mit Blick auf viele verarmte Holocaust-Überlebende in Israel. "Stoppt diese 'Holocaust-Party'! 100 000 hungrige Holocaust-Überlebende" stand auf einem Banner geschrieben.

Yad Vashem selbst kritisierte wiederum den Schritt Selenskyjs als "unglücklich". Die Gedenkstätte sei erst am Donnerstagmorgen über die Entscheidung informiert worden, sagte ein Sprecher. Es sei nicht möglich, so kurzfristig die Plätze der Delegation an Holocaust-Überlebende zu vergeben. Man könne die älteren Menschen nicht im letzten Moment bitten, noch zu kommen. Jeder Staat habe bis zu sechs Personen schicken dürfen.

Am kommenden Montag, dem 27. Januar, jährt sich zum 75. Mal die Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen. Das nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gilt weltweit als Symbol für den Holocaust. Nach Schätzungen wurden dort mehr als eine Million Menschen ermordet, zumeist Juden.

(an/dpa)

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