epa/Monrul Alam

Uiguren protesteieren gegen Lagerhaltung

28.6.2019 21:48 Uhr

Auf dem G20-Gipfel im japanischen Osaka haben Vertreter der Uiguren im Ausland die Unterdrückung und Internierung von Mitgliedern der muslimischen Minderheit in China scharf kritisiert. Gastgeber Japan und andere G20-Staaten dürften sich nicht aus Rücksicht auf ihre Geschäfte mit China zurückhalten, forderte Ahmed Letip, Repräsentant der rund 3000 Uiguren in Japan, bei einer Pressekonferenz der Zivilvertreter (C20) auf dem Gipfel. "Schweigt nicht." Nach seinen Informationen seien schon rund 100 Menschen in den Lagern ums Leben gekommen.

Nach offiziell unbestätigten Schätzungen hält China bis zu eine Million Uiguren in Umerziehungslagern in der Region Xinjiang in Nordwestchina fest. Chinas Vertreter im UN-Menschenrechtsrat in Genf sprach diese Woche wieder nur von "beruflichen Trainingszentren", mit denen Uiguren von "extremistischen Gedanken" abgebracht und "entradikalisiert" werden sollen. Ausländische Regierungen und Menschenrechtsgruppen sehen sie hingegen als brutale Umerziehungslager an.

Uiguren verschwinden in Lagern

Ihre Verwandten in Xinjiang verschwänden einfach in den Lagern, ohne dass die Familien den Grund erführen oder wüssten, wo sie genau seien, beklagte Letip. In China gibt es nach Schätzungen etwa zehn Millionen Uiguren. Sie sind ethnisch mit den Türken verwandt. In Xinjiang gab es jahrelang blutige Zwischenfälle. Die Uiguren fühlen sich von den herrschenden Han-Chinesen unterdrückt. Die Regierung wirft uigurischen Gruppen Separatismus vor.

G20-Gastgeber Japan hatte dem Uiguren-Vertreter Letip zunächst die Zulassung als Vertreter der Zivilgesellschaft beim Gipfel verweigert und erst auf Druck der C20-Gruppen ausgehändigt, wurde geschildert. Anlässlich des Gipfels besucht auch die Führerin der Exil-Uiguren, Rebiya Kadeer, Japan. Wie japanische Medien berichteten, soll China Druck gemacht haben, ihr ein Visum zu verweigern. Doch habe Kadeer in der Vergangenheit schon zehn Mal Japan besucht, so dass kein Grund gesehen wurde, ihr diesmal die Einreise zu verweigern.

(an/dpa)

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