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Überlebende Corona-Patienten geben Infizierten Hoffnung

10.4.2020 22:02 Uhr

Kerem Kinik, der Leiter des Türkischen Roten Halbmonds, gab am 7. April bekannt, dass Patienten, die sich von dem neuartigen Coronavirus erholt haben, 14 Tage nach ihrer Genesung helfen können, andere Menschen in der Türkei und überall auf der Welt zu heilen. Kinik erklärte, dass Spender sechs Covid-19-Patienten helfen können, indem die Geheilten dreimal pro Woche Plasma spenden. Eine Einheit an Spenderplasma würde 400 Milliliter betragen.

Der erste Freiwillige, der das Plasma in der Türkei spendet, ist Doktor Kürsat Demir, der sich von dem Virus erholt hat. Sein Plasma wird in Labors getestet und dann an den ersten Patienten weitergereicht, der sich in einer kritischen Situation befindet. Kinik sagte, dass der Körper, wenn er auf das Coronavirus trifft, Antikörper gegen dieses bildet, um die Krankheit zu überwinden und dass 98 Prozent der Krankheiten mit diesen Antikörpern bei Personen besiegt werden, deren Immunsystem gut funktioniert.

Gemäß den vom Gesundheitsministerium und der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) veröffentlichten Richtlinien kann das Plasma 14 Tage nach der Genesung beim Geheilten entnommen werden. Kinik betonte, dass die Antikörper im Plasma drei Wochen lang auf einem hohen Niveau blieben und danach abnehmen. Kinik verkündete ferner, das Gesundheitsministerium habe die Datensätze der 400 Patienten an den Roten Halbmond weitergereicht, die sich von dem Virus erholt haben und bereit seien, Plasma-Spenden zu leisten. Darüber hinaus können Patienten diese Spende in Krankenhäusern mit den entsprechenden Voraussetzungen zur Plasmagewinnung durchführen.

Plasmaspender dringend gesucht - weltweit

Spenden werden von Personen entgegengenommen, die in der Lage sind, Blut zu spenden, gesund sind, ein normales Körpergewicht mitbringen und keine Krankheiten wie Hepatitis und HIV haben. Kinik sagte, dass die Plasmaspenden in zehn Städten der Türkei begonnen hätten, in denen die meisten Fälle und Wiederherstellungen beobachtet wurden. Die Zahl der Patienten, die sich erholten, sei derzeit noch gering, so Kinik, aber er sei sicher, dass sie ab der kommenden Woche zunehmen würde. "Mit zunehmender Anzahl von Tests können wir Patienten erkennen, die sich vom Virus erholt haben, ohne Symptome zu zeigen. Auf diese Weise erhalten wir die Daten von Patienten, die in den kommenden Wochen sowohl im Krankenhaus behandelt wurden oder als unbemerkt Infizierte genesen", fuhr Kinik fort.

Er betonte darüber hinaus, dass der Rote Halbmond ab dem 7. April Plasmaspenden von 750 Spendern pro Tag erhalten solle. Die Immunplasmatherapie solle die Genesung von Patienten in schwerem Zustand, insbesondere auf Intensivstationen, beschleunigen und das Mortalitätsrisiko verringern. Das Gesundheitsministerium erstellt seinerseits eine Warteliste entsprechend der Dringlichkeit und Angabe der Patienten. Kinik wies darauf hin, dass dieses Verfahren kostenlos sein wird, da der türkische Staat es finanzieren wird.

(ce)

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