imago images / Frank Sorge

Turkish Airlines - Das wird sich auf den Flügen nach Covid-19 ändern

8.5.2020 16:23 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der Fluggesellschaft Turkish Airlines, Ilker Ayci, hat im Gespräch mit der Habertürk-Journalistin Nagehan Alci verraten, wie die Flüge in der Zeit nach der Corona-Krise weitergehen werden – und welche Vorkehrungen man plant, um Passagiere, Crews und Flughafenpersonal vor einer Verbreitung des Coronavirus zu schützen.

Ayci betonte, dass alle Schritte in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Corona-Wissenschaftsrat der Regierung, dem Gesundheitsministerium, dem Transportministerium und weiteren Organisationen geplant würden. Man plane, für den Fall, dass die Epidemie weiter unter Kontrolle gehalten wird, eine Wiederaufnahme der Inlandsflüge am 28. oder 29. Mai und Auslandsflüge zu 10 bis 15 ausgewählten Destinationen vom 1. und 5. Juni beginnend. Hierfür seien bereits die Tickets buchbar, so Ayci.

Kein freier Mittelplatz

Auf die Frage, ob man plane, bei den Flügen den Mittelsitz freizulassen, um einen gewissen Abstand zum Nachbarn herzustellen, verneinte Ayci. "Selbst wenn man den mittleren Sitz freilassen würde, ergibt sich dadurch immer noch nicht der Abstand von anderthalb Metern. Außerdem würde das bedeuten, dass man nur rund 66 Prozent der Plätze verkaufen könnte." Die zusätzlichen Kosten könne man weder als Fluggesellschaft tragen, noch wolle man diese Kosten auf die Ticketpreise – und damit auf die Passagiere - umlegen.

Masken- und Schildpflicht

Stattdessen werde auf den Flügen eine Masken- und Plexiglas-Schild-Pflicht gelten, für die Crew zusätzlich hierzu auch noch eine Handschuhpflicht. So wolle man einen gewissen Schutz schaffen

Wird Fliegen teurer werden?

Natürlich stellen sich viele Reisende die Frage, ob der nächste Flug in die Türkei oder aus der Türkei überhaupt noch bezahlbar sein wird. "Wir werden versuchen, die Preise auf einem bestimmten Level zu halten. Natürlich wird es eine Preiserhöhung geben, aber wir können nicht alle Kosten auf die Passagiere abwälzen – dann würde sowieso niemand mehr fliegen", so Ayci.

Man erwarte nach ersten Projektionen, dass man, bei einer Normalisierung innerhalb von drei Jahren, wieder die Flugzahlen von 2019 erreichen könnte. Aber man dürfe nicht vergessen, dass die Flugzeuge nun für rund zweieinhalb Monate stillstanden – ein großer Verlust für die Fluggesellschaft. "Die Regierung könnte unterstützend eingreifen und einen Kredit gewähren – subventionieren würden sie uns allerdings nicht", so der Turkish-Airlines-Vorstandsvorsitzende zu Alci.

Vorerst keine Flüge nach New York

Auf die Frage, wohin die ersten Auslandsflüge führen werden, antwortete Ayci: "Skandinavische Länder, Österreich, Deutschland, Süd-Korea und Japan". Auf weitere Nachfrage, ob keine Flüge in die Vereinigten Staaten geplant seien, kündigte Ayci Flüge nach Washington oder Kalifornien an, aber "New York ist eine der riskantesten Städte - die Verbindung hierhin können wir nicht öffnen." Er merkte allerdings auch an, dass die Flugroute nach New York die Lukrativste sei, was ein Problem darstelle.

Kein Bordservice bei Inlandsflügen

Auch auf den Bordservice werde man zukünftig auf Inlandsflügen sowie auf kürzeren Auslandsflügen verzichten. Bei längeren Flügen sollen speziell abgepackte und geprüfte Mahlzeiten serviert werden, die nach den vorgegebenen Hygienevorgaben vorbereitet wurden.

Kontrollen auf das Coronavirus

Es gebe momentan verschiedene Szenarien, wie man mit Reisenden und der Gefahr einer Verbreitung des Virus umgehen könne. So stünde im Raum, Reisende direkt am Flughafen auf das Sars-CoV-2-Virus zu testen. Patienten, bei denen das Virus festgestellt wurde, sie aber mittlerweile negativ darauf getestet wurden, könnten sich mit ärztlichen Bescheinigungen ausweisen.

Bei Auslandsflügen sei es vor allem wichtig, dass man alle Informationen und Risiken mit der Zieldestination austausche, bevor man seinen Flugraum öffne. An diesen Szenarien und Möglichkeiten arbeite man derzeit unter Hochdruck.

(be)

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.