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Tunesien: Erste Verhaftungen nach Ausschreitungen

26.12.2018 12:37 Uhr

Im Zuge der Selbstverbrennung eines Journalisten kam es in Tunesien zu Ausschreitungen. Nun wurde ein Mann verhaftet. Der 18-Jährige stammt Angaben des Innenministerium vom späten Dienstagabend zufolge aus der westlichen Stadt Kasserine, wo der Journalist sich am Montag das Leben nahm.

Kurz vor seinem Tod hatte er ein Video im Internet veröffentlicht, in dem er sich über die hohe Arbeitslosigkeit und Armut beklagt und angibt, durch seine Selbstverbrennung eine "Revolution" starten zu wollen. Dem nun Festgenommenen wird eine Beteiligung vorgeworfen.

In Tunesien begann der Arabische Frühling

In Tunesien hatten Ende 2010 die arabischen Aufstände begonnen, als sich ein Gemüsehändler aus Verzweiflung über seine Lage selbst anzündete. Dem Land gelang danach als einzigem Staat der Region der Übergang in die Demokratie. Vor allem bei jungen Tunesiern ist jedoch die Unzufriedenheit wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage groß. Immer wieder kommt es gerade in der Winterzeit, in Anlehnung an die Revolution, zu Protesten.

In Kasserine und der Hauptstadt Tunis kam es nach der Festnahme zu wütenden Protesten. Demonstranten blockierten Straßen, verbrannten Reifen und bewarfen Sicherheitskräfte mit Molotow-Cocktails und Steinen. Auf einem Banner in einer der zentralen Straßen von Tunis stand "Genug!". Auch in den vergangenen Tagen hatte es Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gegeben, die Polizei setzte Tränengas ein.

(an/dpa)