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Türkischer UNGA-Präsident Bozkir verspricht Interessen der gesamten UN zu vertreten

28.6.2020 12:31 Uhr

Der neu gewählte Präsident der UN-Generalversammlung (UNGA), Volkan Bozkir, sagte Anfang der Woche, dass er als Präsident allen Mitgliedern der Vereinten Nationen dienen und sie als Ganzes vertreten werde.

"Die Erwartungen und Ansichten jedes einzelnen Mitglieds werden für mich gleichermaßen wichtig und wertvoll sein", sagte Bozkir bei seiner Einweihungsfeier per Videokonferenz. Die Generalversammlung wählte am 17. Juni Bozkir, einen ehemaligen türkischen Botschafter, vor der 75. Generaldebatte im September zum Präsidenten. In einer geheimen Abstimmung erhielt Bozkir 178 Stimmen vom Gremium. 11 Politiker enthielten sich bei den Wahlen.

In seiner Rede dankte Bozkir besonders den Mitgliedern der UN, dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und dem Außenminister Mevlüt Çavusogu für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung bei seiner Wahl.

Globale Probleme erfordern globale Antworten

Die Generalversammlung ist das wichtigste beratende politische und repräsentative Organ der Vereinten Nationen. Es bietet ein Forum zur Erörterung aller internationalen Angelegenheiten für die 193 Nationen der UN.

Humanitäre Krisen, tödliche Konflikte und COVID-19 seien laut Bozkir globale Themen, die auch globale Antworten erfordern würden. Die Konsensbildung würde daher im Mittelpunkt seiner Bemühungen stehen.

„Ich werde so weit wie möglich moralische Autorität und meine Position als Präsident der Generalversammlung nutzen. Die Leitprinzipien meiner Präsidentschaft“, so Bozkir, „werden Unparteilichkeit, Effektivität, Transparenz und Nichtdiskriminierung beinhalten.“ Die drei Säulen der UN - Frieden und Sicherheit, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte - würden während Bozkirs Amtszeit somit gleichermaßen und ausgewogen behandelt werden.

Nach den Angaben des türkischen Politikers sei COVID-19 jedoch als gesundheitlicher Notfall und als humanitäre Krise einzustufen. Das Virus sei vor allem eine Bedrohung mit sozialen, politischen und wirtschaftlichen Folgen. Aus diesem Grund möchte sich Bozkir daher während seiner Präsidentschaft besonders für die „Schwächeren“ einsetzen.

Der erste Türke als Präsident der UN-Generalversammlung

Der türkische Beamte Bozkir ist der erste türkische Staatsbürger, der die UN-Generalversammlung leiten wird. Er wird sein Amt im September antreten und das Amt ein Jahr lang innehaben.

Derzeit ist er ein regierender AKP-Gesetzgeber aus Istanbul und Vorsitzender des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Parlaments. Er wurde 2011 in die gesetzgebende Gewalt der Türkei gewählt, nachdem er fast 40 Jahre im Auslandsdienst gearbeitet hatte, unter anderem in Deutschland, in den USA, Irak und Rumänien.

In den 2000er Jahren war er des Weiteren türkischer Botschafter in der Europäischen Union und arbeitete als stellvertretender Generalsekretär für EU-Angelegenheiten im Außenministerium. Bozkir war von 2014 bis 2016 auch türkischer EU-Minister und Verhandlungsführer für den EU-Beitritt.

(gi)

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