Türkischer Sektenführer zu über 1000 Jahren Gefängnis verurteilt

12.1.2021 15:44 Uhr

Der türkische Sektenführer, Televangelist, Kreatonist und umstrittene islamische Autor Adnan Oktar, den man in Deutschland auch als Harun Yahya kennt, wurde am 11. Januar zu mehr als 1074 Jahren Gefängnis verurteilt, so die Angaben der Nachrichtenagentur Demirören (DHA).

Adnan Oktar musste sich mit 235 weiteren Angeklagten vor einem Istanbuler Gericht wegen einer Vielzahl von Straftaten verantworten. Das Urteil und die Strafe wurden nun nach einem Prozess, der im September 2019 begann, verkündet.

Anklage wegen einer Vielzahl von Vorwürfen

Eine große Anzahl von inhaftierten Anhängern von Oktar nahm an der Anhörung im Gerichtssaal in Istanbul teil. In diesem Gerichtsverfahren wurde der Sektenvorsteher wegen 15 verschiedener Verbrechen angeklagt - unter anderem wegen der Führung einer kriminellen Vereinigung, der Begehung mehrerer sexueller Übergriffe, dem sexuellen Missbrauch eines Minderjährigen, des Einsatzes von Waffen zur Bedrohung von Personen, der Aufzeichnung personenbezogener Daten sowie Folter, Menschenhandel, Spionage, Fälschung und Betrug.

Der 64-jährige Televangelist, der einen Fernsehsender besaß, wurde 2018 zusammen mit 200 Mitarbeitern nach Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Entführung von Minderjährigen festgenommen. Oktars Fernsehsender sendete seine Shows, umgeben von Frauen, die er als seine "Kätzchen" bezeichnete. Er hat in der Vergangenheit den britischen Geheimdienst beschuldigt, die türkischen Behörden dazu aufgefordert zu haben, gegen ihn vorzugehen.

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