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Türkischer Außenminister Cavusoglu besucht London

8.7.2020 23:11 Uhr, von Andreas Neubrand

Am 8. Juli traf der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu zu einem Arbeitsbesuch in London ein. Themen werden vor allem Migration, der Bürgerkrieg in Libyen und die Ausbeutung von Gas- und Ölfeldern im östlichen Mittelmeerraum.

Am 31. Januar trat das Vereinigte Königreich aus der EU aus. Dieser Schritt bringt viele wirtschaftliche Unsicherheiten mit sich. Vor allem die Frage, wie sich die Beziehungen zwischen dem Königreich und der EU und wichtigen Handelspartnern wie der Türkei entwickeln werden.

Telefonat mit Heiko Maas

Am 7. Juli telefonierte der türkische Außenminister mit seinen Kollegen aus Deutschland und Irland. Dabei erörterte er mit dem Deutschen Heiko Maas und dem Iren Simon Coveney die Themen Tourismus, die bilateralen Beziehungen und die Entwicklungen in Libyen. Wichtig waren dabei die Bedingungen für die Aufhebung der Reisebeschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Aber auch der Krieg in Libyen war ein heißes Thema auf der außenpolitischen Agenda der Türkei mit ihren Partnern. Libyen wurde nach dem Sturz von Muammar Gaddafi im Jahr 2011 in einen Bürgerkrieg gestoßen. Die neue Regierung, die unter Führung der UN eingesetzt wurde, muss sich gegen den abtrünnigen General Haftar zur Wehr setzen.

Türkei an der Seite der libyschen Regierung

Die Türkei steht bei diesem Konflikt an der Seite der Regierung in Tripolis. Im November 2019 unterzeichneten die Türkei und die Regierung von Fayez al-Sarradsch wichtige Pakte über die militärische Zusammenarbeit und die Seegrenzen im Mittelmeer.

Mithilfe der Türkei startete die libysche Regierung die Operation Peace Storm gegen Haftar. Damit sollen seine Angriffe auf die Hauptstadt gestoppt werden. Dabei befreite sie den strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunkt al-Watiya und die Stadt Tarhuna.

Wer darf im östlichen Mittelmeer nach Öl bohren?

Ein weiteres schwieriges Thema ist die Ausbeutung von Öl- und Gasfeldern im östlichen Mittelmeer. Die EU und da vor allem Griechenland und Zypern stehen auf dem Standpunkt, dass dies nur dem griechisch-zypriotischen Teil erlaubt ist. Die Türkei hingegen verlangt, dass auch der türkische Teil der Insel diese Felder ausbeuten darf.

In dem Streit hat Brüssel bereits Sanktionen gegen die Türkei verhängt, was die Beziehungen zwischen der Staatengemeinschaft und der Türkei verschlechtert hat.

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