Hürriyet

Türkische Sozialversicherung verweigert toter Polizistin Märtyrerstatus

22.9.2020 7:53 Uhr, von Andreas Neubrand

Das türkische Sozialversicherungsinstitut (SGK) lehnte es ab, eine Polizistin, die 2018 auf dem Weg zur Arbeit bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, als "Märtyrerin" zu deklarieren. Der Grund: Während des Unfalls befand sie sich auf dem Weg zur Arbeit und war damit technisch noch nicht im Dienst.

"Der Unfall ereignete sich am 18. November 2018 in der Provinz Izmir um 18.45, als sie aus einem Bus ausstieg und die Straße überqueren wollte. Doch die Schicht von Buket Keles begann erst um 19 Uhr. Somit war sie nicht im Dienst und kann somit nicht als Märtyrerin bezeichnet werden", so die SGK gegenüber der Zeitung Hürriyet.

"Sie war auf dem Weg zum Dienst"

Ihr Bruder Murat Keles startete deswegen eine Petition auf change.org, um ihr den Status eines Märtyrers zu verleihen. "Sie war auf dem Weg zum Dienst", sagte er: "Sie wollte nur ihre Pflicht erfüllen. Was sind da schon 15 Minuten? Diese Situation trieb meine Eltern in die Depression."

Die Angehörigen von Märtyrern erhalten in der Türkei bestimmte Privilegien wie monatliche Zahlungen, kostenlosen Transport und zusätzliche Gesundheitsleistungen.

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.