Hürriyet

Türkische Ingenieurkammer: Istanbul akut von Dürre bedroht

12.12.2020 12:22 Uhr

Die türkische Ingenieurkammer (TMMOB) erklärte, dass Istanbul aufgrund des niedrigbleibenden Wasserpegels des Melen-Staudamms akut von Dürre bedroht und die Gefahr einer Wasserknappheit steige.

Die TMMOB hat am 8. Dezember eine schriftliche Pressemitteilung über die aktuellen Wasserzustände in Istanbul veröffentlicht. In der Erklärung wurde festgestellt, dass "Istanbul nach jeder Trockenzeit aufgrund des Scheiterns des Trinkwasserprojekts "Großes Melen" immer mit einem ernsthaften Wasserproblem konfrontiert" ist.

Laut den Experten der TMMOB sei die Gefahr einer Trinkwasserknappheit wegen des zunehmenden Wasserverbrauchs aufgrund der Covid-19-Pandemie und der Dürre im Jahr 2020 sehr groß, sodass dies im nächsten Jahr eine "Katastrophe" verursachen könne.

"Das im Jahr 2000 ausgeschriebene "Große Melen"-Trinkwasserversorgungsprojekt sollte vor Jahren abgeschlossen werden, wurde es aber nicht. Heute liegt der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch in Istanbul bei etwa 3 Millionen Kubikmetern. Ungefähr 1,5 Millionen Kubikmeter dieser drei Millionen Kubikmeter Wasser werden aus der 1. Phase des Melen-Projekts und dem Yesilcay-System geliefert. Die restlichen 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser, die Istanbul verbraucht, werden aus den alten Wasserressourcen Istanbuls geliefert", fügte die Kammer hinzu.

Täglicher Wasserverbrauch in Istanbul steigt – Schnee bringt auch nichts mehr

Laut der TMMOB habe der tägliche Wasserverbrauch in Istanbul im Jahr 2020 3,07 Millionen Kubikmeter betragen: "Dieser Verbrauch, der 2019 2,9 Millionen Kubikmeter betrug, ist in diesem Jahr um durchschnittlich 170.000 Kubikmeter pro Tag gestiegen. Ömerli, Darlik, Terkos, Büyük Cekmece, Alibey, Melen und Yesilçay ziehen die Wasserlast von Istanbul. Bis heute werden täglich 1.526.000 Kubikmeter Wasser aus den Wassersystemen Melen und Yesilcay entnommen. Die Menge des entnommenen Wassers hat im Vergleich zu 2019 erheblich zugenommen."

Wichtige Maßnahmen laut der Ingenieur-Kammer

Die TMMOB listete die zu ergreifenden Maßnahmen wie folgt auf: Zunächst müsse die Verlust- und Leckrate der Staudämme auf 10 Prozent gesenkt werden. Tätigkeiten mit starkem Wasserverbrauch wie die Gartenbewässerung, Teppich- oder Autoreinigung sollte verboten werden und Maßnahmen umgesetzt werden, die das Bewusstsein für einen sparsamen Verbrauch wecken. Außerdem solle schnellstmöglich mit dem Bau der ausgeschriebenen Staudämme von Isaköy und Sungurlu begonnen werden.

(gi)

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