Hürriyet

Türkische Ärzte sehen Impfung als Bürgerpflicht

29.12.2020 22:03 Uhr

Einige Ärzte haben erklärt, dass die Impfung obligatorisch sein müsse und das diejenigen, die den Covid-19-Impfstoff ablehnen, einige öffentliche Rechte einbüßen müssen. Damit haben sie nun eine öffentliche Debatte ausgelöst.

Arif Verimli, ein bekannter Psychiater in der Türkei, twitterte am 26. Dezember, dass er sich so schnell wie möglich impfen lassen werde und sagte, dass der Impfstoff obligatorisch werden sollte. "Sie sollten keine Termine mehr bei Notaren bekommen und nicht mehr von Steuervorteilen profitieren. Außerdem sollten man ihnen die Pässe entziehen und keine Visa mehr ausstellen. Zudem sollen sie keinen Verbänden mehr angehören", sagte er. Damit löste er eine landesweite Debatte aus. Er forderte zudem, dass Ungeimpfte nicht mehr heiraten dürfen sollten.

Sind Impfmuffel Verräter?

Nach harschen Reaktionen löschte er jedoch seinen Tweet. Gegenüber der Zeitung Hürriyet erklärte er, dass sein Tweet eine Reaktion auf das tägliche Leid gewesen sei, das er tagtäglich mitansehen müsse. Jeden Tag sterben 250 Menschen an Covid-19. Ähnlich äußerte sie auch der berühmte Herzchirurg Bingür Sönmez in einer Fernsehsendung. Dort nannte er Leute, die sich nicht impfen lassen wollen, "Verräter".

In einem Gespräch mit der Zeitung Hürriyet relativiert er seine Aussagen und erklärte, dass er niemanden des Verrats beschuldigen wolle, er aber die Teilnahme an der Impfkampagne als Bürgerpflicht ansehe. Einen anderen Aspekt führte die Hürriyet-Kolumnistin Oya Armutcu an. Sie erklärte, dass die Weigerung sich impfen zu lassen, womöglich den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten könne.

(an)

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