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Türken und kreative Wege gegen das Coronavirus

2.4.2020 11:24 Uhr, von Andreas Neubrand

In der Corona-Krise gelten die üblichen Regeln: Nicht mit den Fingern im Gesicht fassen, regelmäßig Händewaschen und Abstand halten. Einigen gehen diese Regeln allerdings nicht weit genug und sie fangen an, mit eigenen Ideen gegen das Virus vorzugehen.

"Blütenreines" Geld im Kochtopf (Bild: dha)

Besonders in der Türkei scheint dieser Trend weit verbreitet und treibt dabei manchmal groteske Blüten: So betreibt Orhan Sari (55) aus der Provinz Ordu seine eigene Variante der Geldwäsche. Der Inhaber eines Lebensmittelladens wäscht das Geld seiner Kunden bei 100 Grad Celsius und bleicht es zudem noch.

Einen Schritt weiter als waschen geht ein Geschäftsmann in der Provinz Tekirday. Er bügelt die Banknoten bevor er sie berührt, berichtet die Zeitung Hürriyet Daily News.

Geldwaschen auf türkisch

Auch der Eisenwarenladenbesitzer Kahraman Bayazit fasst die Geldscheine seiner Kunden nur noch mit der Kneifzange an. Aber nur, um die Banknoten danach zu bügeln.

Waffen der Wahl: Kneifzange und Bügeleisen (Bild: hdner)

Doch was macht man, wenn man in seinem Beruf täglich mit Geld zu tun hat, aber es aus logistischen Gründen nicht bügeln kann? Taxifahrer Eren Ogur hat auf dieses Problem seine eigene Antwort gefunden: Er desinfiziert alles Geld, das er für seine Fahrten bekommt. Zusätzlich schützt er sich (und seine Kunden) mit einem transparenten Schutzpolster.

In der Provinz Rize, im Distrikt Cayeli haben die Bewohner den Eingang zu ihrer Nachbarschaft mit einem Tor geschlossen. Das Tor bleibt Tag und Nacht geschlossen und wird nur für Fußgänger geöffnet.

Hochzeit im Schutzanzug

Ähnlich verfahren die Bewohner eines kleinen Dorfes in der östlichen Provinz Adriyaman. Die Bewohner haben die Zufahrtsstraßen zu ihrem Dorf blockiert und die Blockade mit einem Schild versehen: "Ein- oder Ausfahrt sind während der Virus-Epidemie verboten."

Zudem stellen sich viele die Frage, kann ich in diesen turbulenten Zeiten heiraten? Für ein junges Paar in Istanbul gab es darauf nur eine Antwort: Ja. Allerdings in weißen Schutzoveralls und mit Maske statt Brautschleier. Es scheint, dass sich auch in Zeiten des Coronavirus die Romantik nicht so leicht unterkriegen lässt.


Hochzeit im Schutzanzug (Bild: hdner)

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