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Türkei: Zweiter Verdächtiger im Bedrohungsfall der Hrant Dink Stiftung festgenommen

3.6.2020 12:53 Uhr

In Fall der Bedrohungen gegen die Hrant Dink Stiftung wurde ein zweiter Verdächtiger, der eine Morddrohung an die Hrant Dink Stiftung versandt haben soll, festgenommen. Die Foundation wurde im Gedenken an den ermordeten türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink gegründet. Bereits letzte Woche war ein Tatverdächtiger im Zuge der Morddrohungen festgenommen worden.

Sicherheitseinheiten fahndeten in Istanbul nach dem zweiten Verdächtigen, der nur durch die Initialen E. B. identifiziert wurde, bevor sie ihn festnahmen. Polizeibeamte sagten, E. B. sei polizeibekannt und habe ein umfangreiches Strafregister. Der Tatverdächtige lebte eine Weile in den Vereinigten Staaten. Er wird beschuldigt, "anonyme Drohungen" gesendet zu haben, wie auch der erste festgenommene Verdächtige. "Dies sind keine individuellen Angriffe", sagte Fethiye Cetin, eine der Anwältinnen der Stiftung und wies auf das hin, was sie als systemische Angriffe bezeichnete.

Letzte Woche gab die Hrant Dink Foundation auf ihrem Twitter-Account bekannt, dass sie eine E-Mail erhalten hatten, in der Rakel Dink, die Frau von Hrant Dink und die Anwälte der Stiftung bedroht wurden. Die Polizei nahm den ersten Verdächtigen, später als Hüseyin Ates bekannt, in der zentralanatolischen Provinz Konya fest und brachte ihn nach Istanbul. Der 25-jährige Verdächtige, der sagte, er sei von den Ansichten seiner aserbaidschanischen Freundin zum Berg-Karabach-Streit beeinflusst worden, wurde am 31. Mai festgenommen. Er muss nun mit sieben Jahren Gefängnis rechnen.

Hrant Dink war Chefredakteur der vierzehntägig erscheinenden türkisch-armenischen Zeitung AGOS, als er 2007 am helllichten Tag vor seinem Büro in Istanbul von einem 16-jährigen Ultranationalisten erschossen wurde.

(ce)

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