Hürriyet

Türkei: ​Zu Besuch im Slow-Food-Dorf Germiyan

17.9.2020 20:07 Uhr

Das Dorf Germiyan auf der Halbinsel Cesme ist bekannt für seine Idylle, seine Natürlichkeit, die entspannte Atmosphäre und sein Slow Food. Es ist der einzige Ort von Cesme, in dem die Uhren heute noch ticken wie vor hundert Jahren.

Gasse in Germiyan (Bild: Hürriyet)

Beim Schlendern durch die Gassen von Germiyan fällt auf, wie entspannt und freundlich alle sind. Kommen die Besucher auch "aus einer anderen Zeit", so heißt man sie doch gern willkommen und zeigt stolz, was man geschaffen hat. Die gemeinsam getroffene Entscheidung der Dorfbewohner, die Natur zu schützen, Traditionen bewusst zu pflegen, die lokale Produktion zu fördern und nachhaltige Landwirtschaft zu betreiben, hat im Jahr 2016 dazu geführt, dass ihr Ort zum ersten Slow-Food-Dorf der Türkei ernannt wurde. Die Selbstverständlichkeit, mit der man die einzelnen Aspekte dieser Entscheidung in Germiyan lebt, zieht Besucher recht schnell in den Bann.

Ein buntes Dorf

Häuser in Germiyan (Bild: Hürriyet)

Neben der Gastfreundschaft auffällig sind die liebevoll restaurierten Häuser. Ihre weiß getünchten Fassaden sind mit Blumen, Eulen, Schnecken und Flamingos bemalt.

Häuser bemalt mit bunten Blumen (Bild: Hürriyet)

Die verantwortliche Künstlerin ist Nuran Eren. Die Dorfbewohnerin hatte vor einigen Jahren das Bedürfnis, ihr eigenes Haus auf diese Weise zu verschönern und mit Botschaften zu versehen. Auf Wunsch der Einwohner tat sie das nach und nach auch mit anderen Häusern.

Slow Food aus Germiyan

Dass Germiyan aber ein Slow-Food-Dorf ist, beweist es mit verschiedenen lokalen Spezialitäten. Probieren Sie unbedingt das Brot. Hergestellt wird es aus unraffiniertem Weizenmehl und natürlichem Sauerteig. Das Kneten erfolgt nach traditioneller Methode, das Backen im Holzofen. Viele Besucher nehmen sich hier frisches Brot mit. Aber auch Käse. Der Kopanisti-Käse passt gut zu einem Glas Wein. Eine Kaufempfehlung gibt es auch für das Tarhana, eine traditionelle Gewürzmischung für Suppe aus Mehl, Hefe, Joghurt, Tomatenmark und Kräutern.

Restaurant in Germiyan (Bild: Hürriyet)

Im Restaurant Otantik Ev kommt Frühstück auf den Tisch. Alle dort angebotenen Speisen werden aus Naturprodukten hergestellt. Man sitzt umgeben von alten Möbeln und traditioneller Kleidung. Ganz authentisch geht es auch im Café am Dorfeingang zu. Die Einheimischen halten sich gern dort auf, trinken Tee und plaudern miteinander.

Wer backt das beste Brot?

Im Oktober findet das Germiyan-Festival statt, zu dem die Einwohner ihre aufbewahrte Folklore-Kleidung anlegen. Die Luft ist erfüllt vom Klang der Trommeln und Klarinetten. In Workshops kann man traditionelles Hand- und Kunstwerk erlernen, beispielsweise zur Herstellung von Brot, Wein und Seife. Das Highlight ist der Germiyan Brotwettbewerb, bei dem die besten Bäcker des Dorfes gegeneinander antreten.

(jk)

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