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Türkei: Zentralbank will alle Instrumente nutzen, um den Fall der türkischen Lira zu fangen

6.8.2020 21:17 Uhr

Die türkische Lira (TRY, TL) ist im Verlauf vom Donnerstag auf historische Tiefstände gegenüber Euro (EUR) und US-Dollar (USD) gefallen. Zum Greenback stand die Lira bei 7,3100 TRY für den USD und beim Euro auf 8,6624 TRY für den EUR. Die Zentralbank der Türkei teilte daraufhin am 6. August mit, man wäre bereit jedes verfügbare Instrument zu nutzen, um die übermäßige Volatilität in den Märkten zu reduzieren.

In einer schriftlichen Erklärung erklärte die Bank, dass es der Finanz- und Geldpolitik gelungen sei, die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die Wirtschaft einzudämmen und die Produktionskapazität in der Türkei aufrechtzuerhalten. Sie fügte hinzu, dass sie die Preisentwicklung auf dem Markt genau beobachtete. Man wies darauf hin, dass die jüngsten Zahlen darauf hindeuteten, dass die wirtschaftliche Erholung der Türkei an Tempo gewonnen hatte. Mit der Normalisierung der Wirtschaftstätigkeit ab Anfang August würden die derzeit angestrebten zusätzlichen Liquiditätsfazilitäten auslaufen.

Nächste Sitzung der Zentralbank in 14 Tagen

Die Lira ist im Verlaufe eines Jahres trotz der schwachen Performance des Greenback gegenüber dem Dollar um mehr als 30 Prozent gefallen. Gegenüber dem starken Euro liegt der Verlust binnen zwölf Monaten bei rund 40 Prozent. Die nächste Sitzung des geldpolitischen Ausschusses der Zentralbank ist für den 20. August geplant.

Internationale Analysten bezweifeln, dass es gelingen wird, den Abwärtstrend der Landeswährung zu fangen. So heißt es aus Kreisen von Devisenexperten der Commerzbank, dass durch Mängel beim Kampf gegen die Inflation und durch den problematischen Realzins, der im tiefroten Bereich angesiedelt wäre, weiterhin Druck auf die türkische Lira bestehen bleiben würde. Seitens der Deutsch-Türkischen-IHK hört man, dass auch die Mindereinnahmen beim Tourismus, der negative Realzins und bröckelnde Währungsreserven keine Entlastung versprechen. Die Währungen aus Schwellenländern, zu denen die türkische Lira gehört, würden durch ein erhöhtes Maß an Volatilität auf die schweren ökonomischen Zeiten reagieren. Diese seien durch das Coronavirus verursacht worden und träfen Schwellenland-Währungen besonders hart. Zudem würden die Finanzmärkte einiges an Skepsis zeigen, dass die türkische Wirtschaft einen schnellen Erholungsprozess durchlaufen könne.

(ce)

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