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Türkei: Zahnarzt aus Wuppertal in Antalya zu 16 Monaten auf Bewährung verurteilt

8.12.2020 15:02 Uhr

Nach einem Monat Untersuchungshaft in der Türkei im Urlaubsort Antalya ist der Zahnarzt Kristian B. aus Wuppertal Elberfeld wieder auf freiem Fuß. Sein Anwalt, Ahmet Ünal Ersoy, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag, es gebe keine Auflage zur Haftentlassung und sein Mandant werde so bald wie möglich nach Deutschland zurückkehren. Vorher war er vom Gericht zu einer Bewährungsstrafe von knapp 17 Monaten verurteilt worden.

Das Gericht verurteilte Kristian B. zugleich zu einer Strafe von insgesamt 16 Monaten und 20 Tagen, die zur Bewährung für fünf Jahre ausgesetzt wurde, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorging. Er wurde demnach für Präsidentenbeleidigung und Herabwürdigung eines Teil des Volkes verurteilt. B. nahm an der Verhandlung in Antalya teil. Zuvor hatte es geheißen, er werde per Video zugeschaltet.

Der 63-Jährige Zahnarzt und Implantologe war Anfang November von Düsseldorf nach Antalya gereist und nach einem Streit am Flughafen verhaftet worden. B. hatte sich nach Angaben seiner Anwälte am Gepäckband mit einer Frau gestritten. Der Streit sei entbrannt, nachdem B. die Frau gebeten habe, die Corona-Abstandsregeln einzuhalten, so die Anwälte. Die Frau habe ihn daraufhin unter anderem mit der Begründung angezeigt, es seien Worte gefallen, die den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan beleidigt hätten. Der Wuppertaler Arzt hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen.

(ce/dpa)

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