Hürriyet

Türkei: Wissenschaftlerin will Brustkrebs-Operationen revolutionieren

2.9.2020 22:40 Uhr

Die Wissenschaftlerin Özge Akbulut von der Sabanci-Universität in Istanbul ist für den renommierten britischen Newton-Preis in die engere Auswahl gekommen. Die Professorin hat spezielle synthetische Modelle der weiblichen Brust entworfen, an denen Krebschirurgen besonders schonende Operationstechniken erlernen und üben können. Das Ziel dabei ist, dass Tumore noch besser entfernt werden, gleichzeitig aber gesundes Gewebe komplett erhalten bleibt.

"Es ist eine Ehre, in die engere Wahl gekommen zu sein. Wenn wir den Preis erhalten, werden wir einen nie dagewesenen Zugang zur chirurgischen Ausbildung in vielen Ländern schaffen. Es ist an der Zeit, die Ausbildung der Ärzte neu zu überdenken", schrieb Akbulut auf Twitter. Sollte sie tatsächlich gewinnen, wird ihr Projekt in Zukunft mit bis zu 560.000 Euro gefördert.

"So eine effektive Schulung hat es noch nie gegeben"

Sie habe mit dem Projekt begonnen, weil Brustkrebs die am häufigsten vorkommende Krebsart bei Frauen ist, erklärte die Wissenschaftlerin. Während der Corona-Pandemie sei zudem eine völlig neue Schulungs-Methode für die Mediziner entstanden. "Viele Ärzte haben sich nur noch online weitergebildet, weil persönliche Termine abgesagt werden mussten. Wir haben uns überlegt, wie Online- und Präsenzschulungen kombiniert werden können", sagte Akbulut.

Sie erklärte weiter, dass dabei Augen- und Handbewegungen der Chirurgen, während sie an den speziellen Brustmodellen arbeiten, genau überprüft und bewertet werden können. "So eine effektive Schulung hat es noch nie gegeben. Durch diese Methode können Chirurgen überall auf der Welt ausgebildet werden“, betonte die Professorin. In näherer Zukunft soll im Rahmen des Projekts ein Online-Portal mit einer Community entstehen, auf der die Chirurgen sich untereinander austauschen, Fragen stellen, oder über ihre Erfahrungen berichten können.

(bl)

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