HDN

Türkei will trilaterale Gespräche über Syrien

12.6.2020 21:40 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Türkei, Russland und der Iran planen einen trilateralen Online-Gipfel um die Lage in Idlib und eine neue syrische Verfassung zu erörtern. Das sagte nun der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am 11. Juni.

Der Minister betonte die Bedeutung des politischen Prozesses und sagte: "Das Regime müsse sich für diesen Prozess öffnen. Außerdem müsse der Waffenstillstand in Idlib halten. Daran arbeiten wir."

Warten auf Zusage des Irans

Eigentlich sei der Iran dran den nächsten Astana-Gipfel auszurichten, so der Minister gegenüber dem Sender NTV. Doch wegen der Pandemie solle der Gipfel per Videokonferenz abgehalten werden. Ankara und Moskau seien für die Videokonferenz bereit. Nun warte man darauf, dass Teheran die Teilnahme bestätigt, so der Minister.

Auch auf die jüngste Diskussion über die Hagia Sophia ging der Minister ein und erklärte, dass dies eine rein nationale Angelegenheit sei und er sich jede Einmischung aus dem Ausland verbitte.

"Tragikomisches" Verhalten der USA

Cavusoglu kritisierte auch die USA, die vor Kurzem ihren Bericht über internationale Religionsfreiheit 2019 veröffentlicht hatten. Es sei geradezu "tragikomisch", dass ausgerechnet die USA die Türkei kritisiere, wo doch das Land selbst mit Rassismus und Islamophobie zu kämpfen habe.

Auch erteilte der Minister dem von Ägypten vorgeschlagenen Waffenstillstand eine Absage. Dieser sie "tot geboren". Jedoch sei die Türkei bereit unter dem Dach der Vereinten Nationen einen verbindlichen Waffenstillstand anzustreben.

Er kritisierte dabei auch die passive Rolle der USA: "Aus irgendeinem Grund sind die USA in Libyen wenig aktiv. Vielleicht wegen eines früheren Traumas. Die USA müssen aber eine größere Rolle in Libyen spielen, sowohl bei der Erreichung eines Waffenstillstands als auch bei politischen Gesprächen."

0 Kommentare

Bitte geben Sie den Aktivierungscode ein, der an Ihre E-Mail-Adresse gesendet wurde.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.

Sie müssen angemeldet oder registriert sein, um mitzudiskutieren.