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Türkei will Tourismus-Destinationen zertifizieren

19.4.2020 19:57 Uhr

Die türkische Regierung hat dem Vernehmen nach eine Initiative gestartet, um Coronavirus-freie Tourismusresorts im ganzen Land zu zertifizieren, sagte der Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy am 18. April gegenüber einem Privatsender. "Wir haben den Zertifizierungsprozess gestartet, um die Coronavirus-freien Zonen unter bestimmten Systemvoraussetzungen zu kategorisieren", sagte er.

"Wir werden die Zertifikate Schritt für Schritt entwickeln. Zunächst werden wir ein international anerkanntes Zertifizierungssystem kreieren", fügte er hinzu. Eine Kommission, der Beamte des Ministeriums für Gesundheit, Verkehr und Landwirtschaft angehörten, hielt letzte Woche ihr erstes Treffen mit der Koordinierung des Ministeriums für Kultur und Tourismus ab. "Wir planen, alle NGOs in die Kommission aufzunehmen und das Zertifizierungssystem in der ersten Maiwoche schnell abzuschließen. Wir werden die Tourismuseinrichtungen dazu bringen, diese Zertifikate bis Ende Mai zu erhalten", sagte Ersoy.

Medizinische Infrastruktur muss stimmen

Der Tourismusminister sprach ebenso davon, dass er erwartet, der inländische Tourismusverkehr könne im Juni möglicherweise wieder aufgenommen werden, wenn Mitte Mai mit einer Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Richtung "Normalisierung" begonnen werden könne. Die Sterilisation von Transportfahrzeugen für den Tourismus-Sektor wird regelmäßig durchgeführt und das Transportpersonal muss nach Ersoys Anmerkungen nach einer Gesundheitskontrolle eine Pandemie-Schulung erhalten.

Flughäfen, Hotels, Restaurants, Museen und archäologische Stätten würden gemäß den Regularien der sozialen Distanzierung neu eingerichtet. Das Gesundheitspersonal und die Ausrüstung, einschließlich der Wärmebildkameras würden vor Ort bereit sein, fügte er hinzu. Touristen müssen Gesundheitsdokumente vorlegen, auf die die internationalen Behörden bei Bedarf hingewiesen haben. Außerdem würden Gesundheitseinrichtungen und Infrastrukturen, einschließlich Intensivstationen und Beatmungsgeräte, in der Umgebung von Tourismusresorts kartiert und dokumentiert, um sie den Reiseveranstaltern zu präsentieren.

Touristen aus Deutschland und Österreich folgen dem lokalen Tourismus

Wenn alle diese Prozesse abgeschlossen wären, würde die türkische Regierung Kontakt mit touristischen Herkunftsländern aufnehmen, um Reisevorbereitungen zu treffen. "Über Verträge mit anderen Ländern werden wir Flüge nach Flughafen-Zeitplänen starten", sagte Ersoy. "In der ersten Phase erwarte ich Einnahmen aus den asiatischen Ländern. In der zweiten Phase werden sich die Tourismuszahlen aus Deutschland und Österreich schnell erholen", erklärte er die geplante und noch hypothetische Vorgehensweise. Danach würden dann Touristen aus mittel- und nordeuropäischen Ländern folgen. Russische und britische Touristen, die traditionell die Türkei als bevorzugte Destination für ihre Ferien wählen, könnten jedoch Schwierigkeiten haben, bis Ende Juli ins Land zu kommen, sagte Ersoy.

Die Türkei hatte für das Jahr 2020 vor der Coronavirus-Krise ein Planungsziels von insgesamt 60 Millionen Touristen, welche das Land besuchen sollten. Das wäre eine Steigerung von rund acht Millionen Besuchern gewesen, da die Türkei laut offiziellen Daten im Jahr 2019 mit rund 51,9 Millionen Menschen eine Rekordzahl an Besuchern ins Buch schrieb. Die Tourismuseinnahmen des Landes summierten sich 2019 anhand der offiziellen Zahlen mit 31,7 Milliarden Euro ebenso auf neues Rekordhoch. Die Zahl stieg im vergangenen Jahr um 17 Prozent gegenüber 27,1 Milliarden Euro im Jahr 2018, veröffentlichte das türkische Statistikamt TÜIK.

(ce)

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