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Türkei will enger mit Libyen zusammenarbeiten

5.6.2020 22:06 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Türkei und Libyen wollen ihre Zusammenarbeit im östlichen Mittelmeerraum weiter ausbauen, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am 4. Juni.

"Wir wollen unsere Zusammenarbeit vertiefen", sage er auf einer Pressekonferenz mit Präsident Fayyez al-Sarraj: "Dies werde auch die Bohrung und Förderung von Öl mit einschließen. Auch werden wir weiterhin die von der UN anerkannte Regierung in Tripoli unterstützen."

Türkei steht an der Seite Libyens

Der türkische Präsident begrüßte ausdrücklich die jüngsten militärische Erfolge der GNA-Streitkräfte. Dabei brachte er auch eine Lockerung des Embargos, welches über Libyen verhängt wurde, ins Spiel.

"Bei der Frage der Ölexporte steht die Türkei an der Seite Libyens", erklärte er. Zugleich forderte der türkische Präsident die internationale Staatengemeinde auf, zu verhindern, dass General Khalifa Haftar weiterhin illegal Öl exportieren könne. "Das Öl gehört allen Libyern", erklärte er. "Deshalb dürfe es nicht von Putschisten missbraucht werden."

Keine Zukunft mit General Haftar

Der Konflikt könne dabei nur politisch und unter Schirmherrschaft der UN gelöst werden, so Erdogan. Jedoch sehe er keine Chance, dass General Haftar mit am Verhandlungstisch sitzen könne, da er Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen habe. "Wer die Zukunft Libyens bedrohe, dürfe sie nicht gestalten", so der türkische Präsident.

Mit Blick auf den Kampf zwischen der libyschen Regierung und General Haftar fügte er hinzu: "Wir werden den Kampf fortsetzen, bis wir den Feind Libyens eliminiert haben. Wir haben Tripolis vollständig befreit. Dies ist ein Erfolg von uns allen."

Der libysche Premierminister will die Zusammenarbeit mit der Türkei verstärken und lud ausdrücklich türkische Unternehmen ein, beim Wiederaufbau von Libyen zu helfen. Erdogan fügte hinzu, dass Libyen aufgrund seiner natürlichen und menschlichen Ressourcen eine großartige Gelegenheit habe, konstruktiv mit der Türkei zusammenzuarbeiten.

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