AFP

Türkei will Ägäis-Route wieder schließen

7.3.2020 14:32 Uhr

Vor schweren Gesprächen benötigt man ein gutes Gesprächsklima. Am Montag soll der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan laut Medienberichten in Brüssel erwartet werden, um unter anderem die Flüchtlingssituation vor der Außengrenze der EU zu erörtern. Im Zuge des Vorfelds der Gespräche hat die Türkei nun die Fluchtroute über die Ägäis wieder schließen lassen. Hier wurde herausgestellt, dass dies eine direkte Anweisung des türkischen Präsidenten gewesen sei. Grund: "Die Überfahrt sei zu gefährlich."

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Küstenwache seines Landes laut staatlicher Nachrichtenagentur angewiesen, Boote mit Migranten in der Ägäis zu stoppen. Auf "Anweisung des Präsidenten" werde keine Erlaubnis zum Überqueren der Ägäis mehr erteilt, zitierte man am späten Freitagabend die Küstenwache. Zur Begründung verwies sie demnach auf die Risiken der "gefährlichen" Überfahrt.

Positives Gesprächsklima schaffen

Erdogan wird laut "Welt" am Montag zu Gesprächen über den Flüchtlingsstreit mit der EU in Brüssel erwartet. Der türkische Präsident hatte vergangene Woche nach der Eskalation der Lage in der nordsyrischen Provinz Idlib die Grenzen zur EU geöffnet. Dies sorgte für einen starken Flüchtlingsandrang an der türkisch-griechischen Grenze und führte zu neuen Spannungen zwischen Ankara und Brüssel.

Wie eine Sprecherin der Bundesregierung am Freitagabend mitteilte, telefonierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Nachmittag mit Erdogan. Dabei sei es auch um die Lage an der türkisch-griechischen Grenze gegangen. Die EU und die Türkei hatten im März 2016 ein Flüchtlingsabkommen geschlossen, nachdem 2015 hunderttausende Flüchtlinge über die Balkan-Route nach Mitteleuropa gekommen waren. Ankara verpflichtete sich, alle auf den griechischen Ägäis-Inseln ankommenden Flüchtlinge zurückzunehmen und stärker gegen Schlepperbanden vorzugehen. Die EU versprach der Türkei im Gegenzug Milliardenhilfen, eine beschleunigte Visa-Erleichterung und die Modernisierung der Zollunion.

(afp)

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