DHA

Türkei widerspricht Griechenland bezüglich Hagia Sophia

31.5.2020 16:44 Uhr

Die Türkei hat am 30. Mai auf einen Einwand Griechenlands gegen das Lesen von Passagen aus dem Koran in der Hagia Sophia, einer Moschee, die zu einem Museum in Istanbul umfunktioniert wurde, widersprochen. Der Sprecher des türkischen Außenministeriums, Hami Aksoy, warf Athen vor, "vergebliche und ineffektive Aussagen" zu dem Ereignis gemacht zu haben, das den 567. Jahrestag der osmanischen Eroberung der ehemaligen byzantinischen Hauptstadt Konstantinopel markierte und sagte, das Missfallen Griechenlands zeige seine "intolerante Haltungsweise", wie die staatliche Nachrichtenagentur der Türkei Anadolu meldet.

"Die Tatsache, dass Griechenland - das einzige europäische Land ohne Moschee in seiner Hauptstadt Athen - durch den Koranabend in der Hagia Sophia gestört wird, ist ein typisches Beispiel für die intolerante Haltung dieses Landes. Insbesondere zu einer Zeit, in der das Gebet von Minaretten (wegen der Ausgangssperren während des Coronavirus, Anmerkung der Redaktion) in Europa gehört werden kann und die Bedeutung des Grundsatzes des gegenseitigen Respekts zunehmend mehr geschätzt wird", heißt es in der schriftlichen Online-Erklärung.


Auch das griechische Westthrakien ein Thema

Aksoys Erklärung kam nach früheren Äußerungen des griechischen Außenministeriums, wonach der Schritt nicht der UNESCO-Konvention zum Schutz des Weltkultur- und Naturerbes entspreche. "Die Türkei hat weder gegen den monumentalen Status der Hagia Sophia, noch gegen die UNESCO-Konvention von 1972 zum Schutz des Weltkultur- und Naturerbes gehandelt. Im Gegenteil. Dank der Sorgfalt und Aufmerksamkeit der Türkei für die historischen Stätten von Istanbul, haben diese Stätten über Generationen hinweg als kulturelles Erbe überlebt", betonte Aksoy.


Er kritisierte auch "die jüngsten Bemühungen bestimmter Kreise in Griechenland", die Coronavirus-Pandemie als Vorwand zu verwenden, um den seit Jahrhunderten rezitierten muslimischen Aufruf zum Gebet in Westthrakien zum Schweigen zu bringen. Aksoy betonte auch, dass die Hagia Sophia ein "bedeutender Schatz der Türkei und der Menschheit" bleiben und weiterhin als solcher zukünftig geschützt werde. "Das Fest, das Ankara in der Hagia Sophia vorbereitet, ist beunruhigend und eine verurteilswerte Angelegenheit, da der Ort unter anderem als Museum des Weltkulturerbes ausgewiesen wurde und derzeit zur Förderung anderer Zwecke genutzt wird", sagte der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas am 29. Mai im Gespräch mit dem griechischen Sender SKAI.


(ce)

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