Symbolbild: imago images/Jan Hübner

Türkei verstärkt Ölbohrungen im Mittelmeer

5.5.2020 11:18 Uhr, von Andreas Neubrand/AA

Trotz der Corona-Pandemie hat die Türkei ihre Bohraktivitäten nach Erdöl im östlichen Mittelmeerraum weiter vorangetrieben. Auch der niedrige Ölpreis schreckt die Türkei nicht, in der Region intensiver zu bohren.

Nach dem Absturz des Ölpreises hatten sich ausländische Ölunternehmen vorübergehend aus der Region zurückgezogen. Die Türkei führt ihre Aktivitäten im östlichen Mittelmeer mit den beiden Bohrschiffen Fatih und Yavuz durch. Unterstützt werden die Arbeiten von den Schiffen, die seismische Beobachtungen und Aufzeichnungen vornehmen: Oruc, Reis und Barbaros Hayrettin Pasa. Das Bohrschiff Fatih wird vorher jedoch seine Arbeiten im Schwarzen Meerbeenden und im Juli seine ersten Bohrungen in der Region durchführen. Das dritte Bohrschiff der Türkei, Kanuni, traf am 15. März in Tasucu, einer Küstenstadt im Mittelmeerraum des Landes, ein.

Coronavirus führt zur globalen Rezession

Die Corona-Pandemie führt zu einer globalen Rezession. Damit einher geht auch ein Fall des Ölpreises. Weiter leidet der Ölpreis unter dem Ölkampf zwischen den beiden Exporteuren Saudi-Arabien und Russland. Viele Firmen setzen in dieser Zeit ihre Bohraktivitäten aus.

So hat ExxonMobil seine Bohrpläne vor Zypern wegen des niedrigen Ölpreises vorerst auf Eis gelegt. Auch das französisch-italienische Konsortium aus Total und ENI wollen ihre drei Bohrungen für 2020 einstellen. Die neuen Pläne betreffen vor allem Produktionsoptimierungen und neue Projektentwicklungen, die in Kürze beginnen sollen.

International wenig Appetit auf Öl

Mehmet Efe Biresselioglu, Leiter der Abteilung für nachhaltige Energie an der Universität Izmir erklärte: "Der Einbruch der Ölpreise hat zu einem Appetitverlust der internationalen Akteure in der Region geführt", sagte er. "Wir können sagen, dass die Länder sich in der Corona-Pandemie stärker um sich selber kümmern und ihre Pläne im östlichen Mittelmeerraum unterbrochen haben. Doch dies wird sich wieder ändern, wenn die Pandemie vorüber ist."

"Die Türkei hat durch bilaterale Zusammenarbeit eine geeignete Strategie für diese Region entwickelt. Wenn die Türkei diese Krise mit geringen Verlusten bewältigt, könnte ihre Position weiter gestärkt werden", fügte er an.

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