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Türkei verlangt von Gasanbietern mehr Flexibilität

10.9.2020 22:34 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Türkei erwartetet von den Gasversorgern wettbewerbsfähigere Preise und Flexibilität, wenn sie ihre langfristigen Verträge über insgesamt 16 Milliarden Kubikmeter pro Jahr verlängern wollen, sagte ein hochrangiger Beamte des Energieministeriums.

Mehr als ein Viertel der langfristigen Gasverträge mit der Türkei laufen im nächsten Jahr aus. Darunter Importe über Pipelines von Gazprom aus Russland und SOCAR aus Aserbaidschan sowie ein Abkommen über Flüssiggas (LNG) aus Nigeria.

Günstige Konkurrenz aus den USA

Die Konkurrenz durch billiges Flüssiggas aus den USA und das neue Potenzial der Türkei durch eigene Gasförderungen im Schwarzen Meer, haben die Marktdynamiken verändert, sagte der türkische Ministerialbeamte gegenüber Reportern.

"Altmodische" Gasverträge, bei denen der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt ist und die Strafen vorsehen, wenn der Käufer nicht die volle Menge abnimmt, würden nicht mehr in diese Zeit passen.

Türkei wird mehr Erdgas brauchen

"Sollten die Lieferanten daran festhalten wollen, werden wir wohl die Verträge nicht verlängern", sagte der Ministerialbeamte.

Die Türkei ist für fast ihren gesamten Bedarf an Öl und Gas auf Importe angewiesen. Dabei gehen die Importe aus Russland und dem Iran zurück, während die Lieferungen aus Aserbaidschan und den USA zunahmen.

Neue Gasfunde im Schwarzen Meer entdeckt

Obwohl die Türkei auf erneuerbaren Energien und Atomkraft setzt, geht das Land davon aus, dass der Bedarf an Erdgas steigen wird. Da kommt der neue Gasfund im Schwarzen Meer gerade zur richtigen Zeit. Die Türkei hat ein Feld mit 320 Milliarden Kubikmeter Gas entdeckt. Energieminister Fatih Dönmez hofft sogar auf weitere Funde. Die Ausbeutung des Gasfeldes soll 2023 beginnen – passend zum 100. Jahrestage der türkischen Republik.

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