DHA

Türkei verlängert Coronavirus-Maßnahmen in Gefängnissen

2.5.2020 21:35 Uhr

Das Justizministerium der Türkei hat beschlossen und verkündet, die Maßnahmen gegen das Coronavirus und Covid-19 in den türkischen Gefängnissen bis zum 15. Mai verlängern. Damit wäre man laut Justizministerium den Ratschlägen nachgekommen, welche der Wissenschaftsrat zum Coronavirus formuliert habe.

In einem Twitter-Beitrag teilte das Ministerium mit, dass die Besuche der Insassen, einschließlich der Besuche durch ihre Anwälte, bis zum 15. Mai ausgesetzt seien. Unter besonderen Umständen können Festgenommene, U-Häftlinge und Strafgefangene die Besuche durchführen, wenn die Staatsanwaltschaft dem Besuch zustimmt. Die Anwälte haben auch die Möglichkeit, ihre Mandanten auf Antrag zu besuchen - unter der Bedingung, Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen und Masken zu treffen.

Kinder bleiben vorerst mit den Müttern in Strafanstalten

Das Ministerium sagte auch, dass alle Aktivitäten, die zum Kontakt der Inhaftierten mit der Außenwelt führen, wie soziale Einrichtungen oder Restaurants, ebenfalls ausgesetzt wurden. Die Sondergenehmigungen für Strafgefangene, die in Anstalten des offenen Strafvollzuges untergebracht sind, wurden ebenfalls bis nach dem 15. Mai ausgesetzt. Überweisungen von einer Strafanstalt an andere Einrichtungen, ausgenommen Krankenhäuser und sicherheitsrelevante Einrichtungen, wurden bis zum festgelegten Datum verschoben.

Kinder zwischen 0 und 6 Jahren, die bei ihren verurteilten Müttern bleiben, können erst am 15. Mai in ihre Kindergärten gehen. Die Kinder werden auch nicht an andere, in Freiheit befindliche Elternteile oder ihre Verwandten übergeben, die außerhalb des Gefängnisses leben. Die Nutzung von Familienbesuchsräumen in Strafanstalten und Kindererziehungsheimen wurde ebenfalls verschoben. Laut Zahlen von diversen NGOs sind knapp 900 Kleinkinder mit ihrem Müttern in Haftanstalten der Türkei aufhältig.

(mb)

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