Hürriyet

Türkei verlängert Aussetzung der Steuer auf Weizen

19.12.2020 23:02 Uhr

Die Türkei hat die Aussetzung der 20-Prozent-Zölle auf Weizen-, Gersten- und Maisimporte bis zum 30. April 2021 verlängert.

Weizen gewann angesichts der Coronavirus-Pandemie eine größere strategische Bedeutung. Grund war, dass sich Länder eher auf den Inlandsverbrauch als auf den Außenhandel konzentriert und Weizenbestände der Länder erheblich stiegen.

Am 15. Dezember unterzeichnete der russische Premierminister Michail Mischustin Anordnungen zur Stabilisierung der Getreide- und Weizenexportsteuern. In Chicago stiegen die Weizen-Futures, nachdem Händler die russische Exportsteuer die Lieferungen des weltweit führenden Getreidelieferanten einschränken könnte. Die Weizen-Futures im Chicago Bord of Trade stiegen gestern um 0,8 Prozent auf 6,03 Dollar.

Weihnachten und Ernte in Australien beeinflussen Handel

Russland hatte am 15. Februar beschlossen, die Exportsteuer für Weizen von 25 Euro pro Tonne innerhalb einer Quote von 17,5 Millionen Tonnen einzuführen. Wenn das Exportvolumen die Quote überschreitet, steigt die Steuer auf Weizen auf 50 Prozent des Zollpreises.

Einige Händler gehen davon aus, dass die russischen Exporte gedrosselt werden. Weitere Einflussfaktoren sind die bevorstehenden Feiertage und die Ernte in Australien.

Weltweit werden rund 770 Millionen Tonnen Weizen produziert, mit einem Überschuss von 20 Millionen Tonnen. Die weltweiten Weizenvorräte liegen bei rund 320 Millionen Tonnen. Allein China hält 163 Millionen Tonnen.

Die Türkei ist der größte Exporteur von Mehl und der zweitgrößte Exporteur von Nudeln. Letztes Jahr exportierte das Land 1,25 Millionen Tonen Nudeln. In diesem Jahr will man rund 1,3 Millionen Tonnen exportieren.

Im vergangenen Jahr stiegen die Mehlexporte der Türkei von 820 Millionen Euro im Vorjahr auf 860 Millionen Euro.

Die türkische Produktion von Hartweizen wird in diesem Jahr bei 3,75 Millionen Tonnen liegen, ein Anstieg von 500.000 Tonnen gegenüber 2019.

(an)

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