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Türkei-Urlaub: Ein Kurztrip nach Sanliurfa

6.6.2020 19:56 Uhr

Mit knapp neun Millionen Einwohnern zählt Sanliurfa, oft kurz Urfa genannt, zu den größten Städten der Türkei. Die meisten Touristen auf Städtereise zieht es nach Istanbul, Ankara, Izmir oder Bursa, dabei ist ein Besuch der "Perle Südostanatoliens" eine wahrhafte kulturelle Bereicherung. Hinzukommen ist nicht schwer. Von Istanbul und Ankara aus wird Sanliurfa mehrmals täglich angeflogen.

Urfas Lage in Mesopotamien deutet bereits darauf hin, dass es zahllosen Zivilisationen eine Heimat war. So wandert man in der Stadt unter anderen auf den Spuren der Akkadier, der Sumerer, der Hethiter, der Assyrer, der Perser, der Alten Mazedonier unter Alexander dem Großen, der Aramäer, der Römer und der Byzantiner. Jede einzelne Zivilisation hat einen Einfluss auf die heute in Urfa bestehende Kultur genommen. Werfen wir einen genauen Blick auf das, was Sie in und um Urfa erwartet!

Sehenswürdigkeiten in der Stadt

Aus historischer Sicht besonders interessant sind die farbenfrohen Mosaike von Haliplibahce, die vor allem mythologische Szenen zeigen. Darüber hinaus bedeutungsvoll ist die aus dem 8. Jahrhundert stammende Festung, die über dem Gölbasi-Garten thront. Der Garten selbst ist von vielen Wasseranlagen durchzogen, z. B. dem Bassin Ayn-i Zeliha Gölu, das dank der anliegenden Gastronomie abends ein beliebter Treffpunkt ist.

Die Höhle des Propheten Abraham (Bild: imago images / Westend61)

Die vielleicht wichtigste heilige Stätte von Urfa ist der ebenfalls in diesem Garten gelegene Fischteich, Balikligöl. Die Legende erzählt, dass König Nimrod den Propheten Abraham dort in einen Scheiterhaufen geworfen hat. Indem Gott das Feuer in den Teich verwandelte, soll er Abraham errettet haben. Die Fische im Teich sollen die einstigen Holzscheite gewesen sein. Sie gelten ebenfalls als heilig. Füttern darf man sie, wer sie aber fängt, muss mit einer drakonischen Strafe rechnen. Unweit des Fischteichs befindet sich auch der sogenannte Hiobsschrein.

Darüber hinaus gibt es in Sanliurfa zahlreiche sehenswerte Moscheen, wie die von drei Kuppeln gekrönte Rizvaniye-Moschee, die Saladin-Moschee und die Mevlid-i-Halil-Moschee. Nicht entgehen lassen sollte man sich den Bazar mit seinen zahlreichen Passagen. Er gilt als einer der größten Basare des Vorderen Orients.

Ausflüge in die Umgebung

Die von der UNESCO unter Schutz gestellte historische Stätte von Göbeklitepe beherbergt den mutmaßlich ältesten Tempel der Welt. Er datiert auf das 10. bis 8. Jahrhundert v. Chr. zurück. Das bisherige Wissen um die damalige menschliche Zivilisation muss mit den in dieser Stätte freigelegten Relikten gänzlich revidiert werden.

Nach der Corona-Pause ist das Open-Air-Museum in Göbeklitepe wieder geöffnet (Bild: dha)

Rum Kalesi ist eine am oberen Euphrat gelegene Burgruine. Man gelangt ausschließlich mit dem Boot dorthin, was dem Ausflug einen besonderen Charme verleiht. Besucht werden sollte auch die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche des Burggeländes.

Harran ist ein Dorf aus der Bronzezeit, dessen bienenstockförmige Häuser noch gut erhalten sind. Gemäß der Bibel hat Abraham dort gelebt.

(jk)

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