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Türkei und Großbritannien wollen wirtschaftlich enger zusammenarbeiten

30.7.2020 21:09 Uhr, von Andreas Neubrand

Auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU wollen Ankara und London ihre Handelsbeziehungen aufrechterhalten, vereinbarten die türkische Handelsministerin Ruhsar Pekcan und ihre britische Kollegin Liz Truss.

"Großbritannien und die Türkei haben bereits starke Handelsbeziehungen im Wert von 19 Milliarden Pfund", sagte sie. "Auch führen wir Gespräche über ein Freihandelsabkommen zwischen der Türkei und Großbritannien", fuhr sie fort.

Brexit kann zum Problem werden

"Ziel ist es, in diesem Jahr Vorkehrungen für zukünftige Handelsbeziehungen zu treffen", fügte der britische Generalkonsul in Istanbul hinzu. Großbritannien hat mit vielen Nationen Handelsabkommen unterzeichnet. Mit Ankara wird sich dies aber schwierig gestalten, da Ankara internationale Verträge geschlossen hat.

Sollten sich London und Brüssel bis zum Ende des Jahres nicht auf einen Deal einigen, steht Ankara vor dem Dilemma, ob das Abkommen mit Großbritannien trotzdem vorangetrieben werden soll, schließlich würde man damit das Risiko eingehen, gegen EU-Vorschriften zu verstoßen.

"Bizarre Situation"

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu räumte bei seinem Besuch in London Anfang des Monats ein, dass dies eine "bizarre Situation" sein würde.

Nach Deutschland ist Großbritannien der zweitgrößte Handelspartner der Türkei. Ein Freihandelsabkommen wäre für türkische Unternehmen ein wichtiger Schritt. Der bilaterale Handel zwischen den beiden Ländern stieg in den letzten zehn Jahren um über 60 Prozent und erreichte ein jährliches Volumen von 13,61 Milliarden Euro. In der Türkei sind über 2.500 britische Unternehmen tätig, darunter BP, Shell, Vodafone, Unilever und BAE Systems.

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