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Türkei und Griechenland bereit zu Sondierungsgesprächen in Istanbul

23.9.2020 10:12 Uhr

Im Streit um Erdgas-Erkundungen im Mittelmeer deuten sich Fortschritte an. Die Türkei und Griechenland seien zu Sondierungsgesprächen in Istanbul bereit, teilte das türkisches Präsidialamt am Dienstag nach einer Videokonferenz zwischen EU-Ratspräsident Charles Michel, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mit.

Von griechischer Seite und auch von der EU wurde das vorerst nicht bestätigt. Griechische Medien hatten allerdings bereits am Montag berichtet, das mit der Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Griechenland und der Türkei gerechnet werde. Ein Sprecher von EU-Ratspräsident Michel sagte am Dienstag lediglich, es sei über die Wiederaufnahme direkter griechisch-türkischer Sondierungsgespräche diskutiert worden. Es werde nun Vorbereitungen auf Beraterebene geben.

EU-Gipfel wegen Covid-19-Fall auf Oktober vertagt

Die EU hatte der Türkei wegen der Erdgas-Erkundungen Ende August ein Ultimatum gesetzt und mit zusätzlichen Sanktionen gedroht. Wenn es keine Fortschritte gebe, könne auf dem EU-Sondergipfel, der am Donnerstag beginnen sollte und wegen eines Covid-19-Falles auf Anfang Oktober verschoben wurde, eine Liste weiterer Strafmaßnahmen diskutiert werden, sagte damals der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell. Diese würden auch Wirtschaftssanktionen umfassen.

Griechenland und Zypern verlangen seit längerem schärfere Sanktionen gegen die Türkei. Sie sind der Ansicht, dass die Suche nach Erdgas in Seegebieten erfolgt, die nur sie ausbeuten dürfen. Die Türkei weist die Vorwürfe zurück. Sie vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer zu ihrem Festlandsockel gehören, auch wenn sie nahe der griechischen Inseln Rhodos und Kastelorizo (Meis) liegen.

(ce/dpa)

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