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Türkei: Tourismusminister erwartet 15 Millionen Touristen in 2020

24.8.2020 12:01 Uhr

Der türkische Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy bewertete im Interview mit dem türkischen Nachrichtensender NTV die aktuelle Lage der Reisebranche in der Türkei. Trotz der Coronavirus-Pandemie, die den Tourismus für Monate lahm legte, erwarte man bis zum Ende des Jahres rund 15 Millionen Touristen begrüßen zu dürfen. Rund sechseinhalb Millionen seien bereits bis Ende Juni in die Türkei gereist.

"Die Türkei hat einen sehr erfolgreichen Kampf gegen die Pandemie geführt. Ab dem ersten Juni konnte der Tourismus wieder aufgenommen werden. Mittlerweile gibt es regen Flugverkehr aus Russland, der Ukraine, England und Deutschland. Unsere Erwartungen für das Jahr 2020 waren sehr hoch, aber leider werden wir im Vergleich mit 2019 einen herben Rückgang verzeichnen müssen. Wir denken, dass wir bis Ende des Jahres 15 Millionen Besucher empfangen werden, sollte es nicht zu unerwünschten Turbulenzen im Flugverkehr kommen.", so Ersoy zur NTV-Journalistin Funda Görey. Man erwarte Einnahmen in Höhe von rund 9,3 Milliarden Euro.

4900 "Safe Tourism"-Zertifikate vergeben

Seit Beginn des Zertifikationsprozesses im Rahmen der Corona-Maßnahmen für Hotels, Restaurants und Cafés seien 4900 Zertifikate an türkische Betriebe ausgegeben worden, davon mehr als die Hälfte für Hotels. Damit hätten rund 35 – 40 Prozent aller Tourismusbetriebe das Zertifikat erhalten, so Ersoy. Er betonte, dass Asien, welches schon zuvor mit Pandemien umgehen musste, am besten vorbereitet gewesen sei. Die Türkei hätte allerdings im europäischen Bereich mit dem Zertifikat für Sicheren Tourismus eine Vorreiterrolle übernommen.

Wie wird die Saison 2021 laufen?

Es sei zwar noch ein bisschen zu früh, Prognosen für das nächste Jahr abzugeben, aber es sei ersichtlich, dass es besser laufen würde als dieses Jahr. "Die nächste Saison wird garantiert besser als diese, aber es sieht aus, als würde 2021 unter 2019 bleiben." Viele Reisende hätten ihren Urlaub von diesem auf das nächste Jahr verschoben, fügte Ersoy hinzu.

Kommen noch mehr "Volksstrände"?

An diesem Wochenende wurden in den Urlaubsorten Belek und Kadriye im Landkreis Serik der Mittelmeer-Provinz Antalya zwei neue öffentliche Badestrände eröffnet, die 1000 beziehungsweise 3000 Gäste beherbergen können. Auf die Frage, ob man plane, weitere solcher öffentlichen Strandbetriebe zu eröffnen, machte der Tourismusminister Hoffnung: "Das Interesse ist sehr groß und wir werden weitere [Volksstrände, Anm. d. Red.] eröffnen." Geplant seien weitere öffentliche Strände in Antalya Kemer und Manavgat sowie in Marmaris Icmeler. Dazu arbeite man eng mit dem Innenministerium zusammen, um auch an den öffentlichen Badestränden die Corona-Maßnahmen einzuhalten.

Das Patara-Jahr könnte verlängert werden

2020 sollte eigentlich das Jahr der antiken Stadt Patara in der Provinz Antalya werden. Doch aufgrund der Corona-Pandemie konnten bei weitem nicht so viele Besucher wie geplant die Ruinen erkunden. Deshalb werde das Tourismusministerium vorschlagen, auch das Jahr 2021 zum Jahr von Patara zu machen.

Zudem würden die Bemühungen im archäologischen Bereich der zahlreichen antiken Stätten in der Türkei weiterhin verstärkt werden. So wurde die Ausgrabungszeit mittlerweile von Perioden von 45 – 60 Tagen auf das ganze Jahr ausgeweitet. Zudem müssen bei jeder Ausgrabung mindestens fünf Archäologen und zwei Kunsthistoriker vor Ort sein, um die Funde zu überwachen.

(be)

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