DHA

Türkei: Süper Lig droht Super-Krise - beIN Sports will Zahlungen reduzieren

17.7.2020 14:51 Uhr

Wie Medienberichte aus der Türkei besagen, droht massives Ungemach in der türkischen Süper Lig. So soll der Rechteinhaber für die TV-Übertragungen, beIN Sports aus Katar, mitgeteilt haben, in der kommenden Saison 2020/21 nur noch rund 220 Millionen US-Dollar an die türkischen Vereine auszuschütten. Und das auch nur zum gültigen Tageswechselkurs vom Dollar USD zur türkischen Lira TRY. Die Super-Krise droht.

Bisher gibt es – wohl auch aufgrund der Finanzkrise durch das Coronavirus – keine Rückmeldung des türkischen Fußballverbandes TFF. Doch der Verband der Klubs in der Türkei, der TBB, hat sich deutlich zu Wort gemeldet und es droht eine "Rebellion" gegen den TV-Sender. Vor drei Jahren gab es schon einmal eine Diskussion um die Fernsehgelder. beIN Sports hatte 2016 einen Vertrag über fünf Jahre abgeschlossen und durchgesetzt, dass die TV-Gelder zu einem bestimmten Wechselkurs gezahlt werden sollten. Das bedeutete wegen der schwächelnden Lira nicht unerhebliche Verluste für die Klubs. Durch Intervention von Präsident Recep Tayyip Erdogan konnte damals eine Einigung getroffen werden.

Doch nun ist man wieder am Scheideweg zwischen der Süper Lig und beIN Sports. Das katarische Unternehmen beIN Sports hat kurzfristig vor der neuen Saison beschlossen, maximal 220 Millionen US-Dollar auszuschütten. Das Unternehmen möchte auch die Verpflichtung vertraglich vereinbart haben, die Summe auf 1,7 Milliarden Lira festzuschreiben und damit möglicherweise einen Kursvorteil mitzunehmen.

Verband der Klubs (TBB) geht auf die Barrikaden

Es wurde weiter berichtet, dass beIN Sports, falls erforderlich, die Süper Lig und damit die komplette Türkei vom Markt nehmen würde, fände man keine entsprechende Einigung. Der TFF schweigt noch dazu, aber der Verband der Vereine TBB sagte beIN Sports, dass der Deal über 220 Millionen US-Dollar nicht im Verhältnis zum heutigen Fußball stehen würde. Falls erforderlich, teilte der Verband der Klubs mit, würde man gedanklich auch mit der Einleitung eines Gerichtsverfahrens spielen. In der Türkei wird derzeit aus diversen Quellen gemeldet, dass die Fußballwelt wütend sei, weil der türkische Fußballbund unter der Präsidentschaft von Nihat Özdemir zu diesem Thema schweigt.

Dazu passt auch, dass sich die Vereine gegen eine kürzlich vom TFF kommunizierte Ausländerregel positionieren wollen. So wird gemeldet, dass Kasimpasa und Galatasaray beim Schiedsgericht die Aufhebung der Beschränkung für den Einsatz von Ausländern beantragt hätten. Es gehört zu den durchgesickerten Informationen, dass ebenso andere Clubs in ein Schiedsgerichtsverfahren gegen den Verband gehen werden. Die Aussicht auf weniger ausländische Stars auf dem Feld könnten am Ende unter Umständen dafür gesorgt haben, dass beIN Sports möglicherweise das Interesse an einer Übertragung verloren hat und nun nach einem Weg sucht, vorzeitig aus dem Vertrag mit der Liga auszusteigen.

(ce)

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