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Türkei: Süper Lig bald mit 20 Vereinen?

29.7.2020 13:37 Uhr

Der Türkiye Süper Lig Profesyonel Futbol Kulüpleri Birligi Vakfi, kurz Kulüpler Birligi und damit Verband der Profiklubs aus der Türkei, traf sich am Dienstag, dem 28. Juli 2020. Hierbei wurden Empfehlungen an den türkischen Fußballverband TFF entwickelt. Der Verband der Profiklubs schlägt vor, dass man kommende Saison 2020/21 mit 21 Teams – keine Absteiger aus der Süper Lig plus drei Aufsteiger – spielt und danach in der Saison 2021/22 die Liga mit 20 Teams – vier Absteiger und drei Aufsteiger – fortführt. Man verspricht sich davon Mehreinnahmen für die Vereine von errechneten 7,24 Milliarden Lira (rund 884 Millionen Euro).

Der Verband der Profiklubs in der Türkei will dem TFF einen detaillierten Bericht zum Zahlenmaterial vorlegen. Die Aufstockung auf 20 Teams soll der Liga eine Umsatzsteigerung von 44,8 Prozent bringen. Dabei bezieht man sich als Referenz darauf, dass von den fünf großen Ligen in Europa vier Ligen mit 20 Teams antreten: Premier League in England, Serie A in Italien, Primera Division in Spanien und die Ligue 1 in Frankreich. Ferner teilte der Verband mit, dass in den letzten 15 Jahren alle Trophäen aus der Champions League von den fünf großen Ligen in Europa – inklusive der Bundesliga, die mit 18 Klubs im Oberhaus spielt – gewonnen wurden. 70 Prozent des Gesamtumsatzes würde auch in diesen Ligen verbleiben.

Italien, Spanien, England und Frankreich als Beispiele

Es wird damit argumentiert, dass die Serie A in Italien in der Saison mit 18 Klubs (2003/04) einen Umsatz von 170 Millionen Euro generierte. In der Saison 2004/05 habe man mit 20 Klubs 210 Millionen Euro gefahren und das Sponsoring um weitere 20 Millionen Euro erhöht. Beim Spieltagsumsatz in Italien habe es einen Anstieg von 100 Millionen im Jahr gegeben. Die Ligue 1 in Frankreich wurde 2002/03 – nach fünf Spielzeiten mit 18 Teams - wieder auf 20 Teams aufgestockt. Dabei soll der Umsatz via TV-Gelder um 76 Millionen gestiegen sein.

Klubverband beim Meeting vor der Corona-Krise

Auch der Fallout der Corona-Krise kam zur Sprache. So wurde der Verlust in der Premier League in England mit einer Milliarde Euro angegeben und der Gesamtverlust der fünf großen Europäischen Ligen mit vier Milliarden. In der Süper Lig wurden die Verluste aus fehlenden Spieltagseinnahmen und verlorenen Werbeeinnahmen mit einer Milliarde Lira (rund 122 Millionen Euro) umrissen. Um dem Einnahmeverlust effizient entgegenzuwirken, wolle man erreichen, dass es in dieser Saison doch keine Absteiger geben soll. Demnach würde die Saison 2020/21 mit 21 Klubs ausgetragen und ein Verein wäre in jeder Woche spielfrei. Ab 2021/22 sollen nach den Empfehlungen 20 Vereine in der Süper Lig um Meisterehren und gegen den Abstieg kämpfen. Damit wäre laut Verband den Klubs geholfen, die sich in ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten befänden.

Ganze Fußball-Branche der Türkei soll profitieren

Die Spieltagseinnahmen würden den wesentlichen wirtschaftlichen Faktor zur Einkommensgewinnung in der Türkei darstellen. Mit den 20 Teams sollen die Spieltagseinkünfte signifikant erhöht werden. Für die Vor-Corona-Saison 2018/19 rechnete der Verband die Zahlen vor. Die Spieltagseinnahmen hätten 491 Millionen TL betragen (knapp 60 Millionen Euro). Mit knapp 166 Millionen Lira (rund 20 Millionen Euro) sei Galatasaray Istanbul der Liga-Spitzenreiter gewesen. Es folgen Fenerbahce Istanbul mit 140 Millionen Lira (rund 17 Millionen Euro), Besiktas mit 97,5 Millionen Lira (rund 11,9 Millionen Euro) und Trabzonspor mit 23,3 Millionen Lira (rund 2,8 Millionen Euro). Es läge laut Verband der Profiklubs auf der Hand, dass eine Liga mit 20 Teams zusätzliche Umsätze bei den Spieltagseinnahmen und beim Verkauf von Merchandise erzeugen würde.

Auch der Faktor des Sponsorings sei dabei zu berücksichtigen. Mehr Vereine in der Liga würden mehr Spiele und eine bessere Präsentation der Sponsoren bedeuten. Dies sei ebenso über die Steigerung der Livespiele im TV und über mehr Meldungen in Print- und Digital-Medien der Fall. Ziel der 20er-Liga sei es, die Fußballwirtschaft zu unterstützen. Auch die Abonnenten-Zahl bei den Bezahlsendern würde steigen, wenn 20 Teams in der Liga aktiv sind. Für den Rechtehalter sei das ebenso attraktiv, denn das Mehr an Spielen stünde für ein Mehr an Werbeeinnahmen. Die gesamte Wirtschaftlichkeit der Fußball-Branche, so der Verband der Profiklubs, würde davon profitieren.

(ce)

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