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Türkei sucht Wege die Immobilienpreise zu senken

8.9.2020 16:33 Uhr, von Andreas Neubrand

Die Türkei will die Immobilienpreise reduzieren, indem sie teure importierte Baumaterialien durch heimisch produzierte Materialien ersetzt.

"Wir wollen die Baumaterialien zu 100 Prozent im eigenen Land herstellen. Die Bedeutung der heimischen Produkte wurde inmitten der Corona-Pandemie deutlich", sagte Umwelt- und Stadtminister Murat Kurum.

Pandemie störte globale Lieferketten

Die Pandemie hat die globalen Lieferketten gestört und es wurde für Volkswirtschaften immer schwerer an Waren und Material zu kommen. Lokale Baufirmen mussten mit Lieferengpässen kämpfen. Die staatliche Beteiligungsbank Emlak Katilim Bankasi und der staatliche Immobilieninvestmentfond Emlak Konut wollen nun vermehrt in die Produktion heimischer Baumaterialien investieren.

Rückgang der Produktion von Baustoffen

Branchenvertreter rechneten damit, dass die lokale Produktion zu einem Rückgang der Baumaterialien um 15 bis 20 Prozent führen könnte, was mittel- bis langfristig zu einem Rückgang der Immobilienpreise führen kann. Der Baukostenindex stieg im Juli gegenüber dem Vorjahr um fast 7,5 Prozent. Anderseits stieg der Baustoffkostenindex im Monatsverlauf jährlich um 4,2 Prozent.

In der Corona-Pandemie hat die Regierungen Maßnahmen ergriffen, um die Schäden in den wichtigsten Bau- und Immobiliensektoren des Landes einzudämmen. Mit billigen Krediten wollte man dabei die Nachfrage nach Eigenheimen ankurbeln.

Günstige Immobilienkredite

Durch die günstigen Kredite stiegen die Immobilienverkäufe in der Türkei im Juli gegenüber dem Vorjahr um mehr als 124,3 Prozent. Insgesamt wechselten 229.357 Häuser den Besitzer, gegenüber 190.012 im selben Monat des Vorjahres, so das türkische Institut für Statistik (TÜIK) im letzten Monat.

Die hypothekenfinanzierten Hausverkäufe im Juli stiegen gegenüber dem Vorjahr um fast 901 Prozent auf 131.000 Einheiten. Diese Form des Hauskaufs machen 57 Prozent aller Immobilienverkäufe aus. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2020 wurden mehr als 854.000 Häuser verkauft, was einem Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Der Immobilienindex der Zentralbank stieg im Juni nominal um 25,7 Prozent und real um 11,6 Prozent. In der Metropole Istanbul stiegen die Immobilienpreise gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent und in der Hauptstadt Ankara um 26,4 Prozent.

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