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Türkei stellt Flüge in 46 weitere Länder ein

21.3.2020 15:09 Uhr

Die Türkei hat am 21. März die Maßnahmen gegen das Coronavirus ausgeweitet und Flüge in 46 weitere Länder ausgesetzt. Zudem wurden Picknicks und Grillabende in der Öffentlichkeit verboten, da sich die Zahl der von Gesundheitsminister Fahrettin Koca offiziell verkündeten Fälle in der vergangenen Woche jeden Tag ungefähr verdoppelt hat und die Zahl der offiziellen Todesfälle durch Covid-19 auf neun angestiegen war.

Die Zahl der offiziell bestätigten Fälle in der Türkei ist seit der Bekanntgabe des ersten Falls in der vergangenen Woche massiv angestiegen und erreichte am 20. März 670 offiziell Infizierte. Seit dem 15. März haben sich die Fälle jeden Tag ungefähr verdoppelt. Laut Gesundheitsminister Koca wurden in den letzten 24 Stunden 3656 Tests durchgeführt, von denen 311 positiv ausfielen. Ankara hatte als Sofortmaßnahme bereits Flüge in 22 Länder verboten, Schulen, Cafés und Bars geschlossen, Massengebete verboten und Spiele in seinen Hauptsportligen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Regierung erlässt weitere Maßnahmen zur Infektions-Eindämmung

Am 21. März wurde das Verbot auf Picknicks und Grillabende im Freien sowie auf die Öffnung und den Besuch von Friseurläden, Friseur- und Schönheitssalons ausgeweitet. Zudem wurden am 21. März Basketballspieler und Offizielle von Fenerbahce Beko mit Coronavirus-Symptomen zu Tests ins Krankenhaus gebracht, teilte das türkische Team mit. Das türkische Gesundheitsministerium sagte, dass alle Krankenhäuser, einschließlich privater Einrichtungen, Patienten mit einem Verdacht auf das Coronavirus aufnehmen und behandeln müssen.

Das Ministerium erklärte außerdem jedes Krankenhaus mit mindestens zwei Spezialisten für Infektionskrankheiten, einer vorhandenen Pulmonologie oder Abteilung für innere Krankheiten zum Coronavirus-Pandemiekrankenhaus, um die Gesundheitseinrichtungen und das Personal zu entlasten. Die Regierung sagte auch, dass alle Treffen und Aktivitäten in Bezug auf Wissenschaft, Kultur und Kunst auf Ende April verschoben würden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Unabhängig davon müssen Hotels und andere Unterkünfte nun detaillierte Informationen darüber erhalten, wohin ihre Gäste kürzlich gereist sind und welche zukünftigen Reisepläne sie haben, sagte das Gesundheitsministerium. Diese Informationen könnten für die Behandlung möglicher künftiger Fälle von entscheidender Bedeutung sein.

In Restaurants müssen als weitere Maßnahme alle Tische mindestens einen Meter voneinander entfernt sein, um das Infektionsrisiko zu verringern. Wenn Bewohner von Pflegeheimen und Altenpflegezentren Symptome zeigen, die auf das Coronavirus hindeuten, werden alle Bewohner genau überwacht, hieß es.

Präsident Erdogan wendet sich an die Bürgerinnen und Bürger

In der Zwischenzeit sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am späten 20. März, die Türkei arbeite "Tag und Nacht" daran, die Auswirkungen des Coronavirus im Land zu minimieren. "Wir führen einen unerbittlichen Kampf gegen das Coronavirus", so seine Mitteilung an die Menschen in der Türkei. "Dieses Virus betrifft hauptsächlich ältere Menschen und Menschen mit chronischen Krankheiten", sagte Erdogan in einem Tweet. Er postete auch eine an die Nation gerichtete Sprachnachricht.

Er forderte die Nation auf, Maßnahmen zum Schutz vor dem Virus zu ergreifen, aber auch auf ältere Verwandte oder Menschen mit chronischen Krankheiten zu achten. "Sie sollten die soziale Distanz so weit wie möglich vergrößern und vor allem sollten Sie niemals das Haus verlassen, wenn Sie dies nicht müssen. Dabei sollten Sie die Aussagen unserer offiziellen Institutionen und Organisationen, insbesondere unseres Gesundheitsministeriums, sorgfältig befolgen", teilte Erdogan der Türkei mit und betonte, jeder habe umfassende hygienische Maßnahmen zu ergreifen. Der Einsatz von Internet-Technologie und der Telekommunikation sollte bei der Kommunikation mit Verwandten und anderen Aktivitäten statt persönlicher Besuche angewendet werden. Er forderte auch, dass Gebete zu Hause verrichtet werden.

"Im Namen meiner selbst und meiner Nation möchte ich allen meinen Bürgern meinen Dank aussprechen, die uns zur Seite stehen und in diesem Kampf gegen das Coronavirus verantwortungsbewusst handeln. Ich hoffe, wir werden diese schweren Tage gemeinsam überstehen." Die Sprachnachricht wird automatisiert an Bürger, insbesondere über 50 Jahre, gesendet.

(ce)

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