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Türkei steigt durch Niederlage gegen Ungarn in Liga C ab

18.11.2020 23:16 Uhr

In ihrem "do or die"-Spiel gegen die Ungarn stand die Türkei eigentlich recht gut da. Serbien führte schnell gegen Russland und die Türkei hätte nur knapp in Ungarn gewinnen müssen, um den Gruppensieg und Aufstieg zu schaffen. Daraus wurde am Ende nichts. Ungarn besiegte die Milli Takim in Budapest mit 2:0 und durch den deutlichen 5:0-Heimsieg von Serbien rutschte die Türkei statt auf den ersten auf den letzten Platz und steigt damit aus der Nations League Liga B in die Liga C ab. Ungarn steigt mit dem Sieg in die Liga A auf.

Die zweite Grundvoraussetzung, dass die Türkei den Gruppensieg schaffen könnte, war, dass Russland nicht in Serbien gewinnt. Das haben die Serben im Rajko Mitic Stadion sehr schnell sichergestellt, denn bereits nach 45 Minuten führte das Heimteam gegen die Russen mit 4:0. Zweifacher Torschütze dabei der ehemalige Stürmer von Eintracht Frankfurt, Luka Jovic, der nun für Real Madrid kickt. Am Ende war es ein sicherer 5:0-Heimsieg für Serbien und damit beste Voraussetzungen für die Türkei, den Gruppensieg und damit den Aufstieg in die Liga A zu schaffen.


Ungarn machte in der zweiten Halbzeit den Sack zu

Doch um das zu schaffen, musste man unbedingt in der Puskas Arena in Budapest gewinnen. Aber durch den deutlichen Sieg der Serben entstand zudem eine weitere Situation und die war weit weniger angenehm. Bei einer Niederlage gegen Ungarn drohte plötzlich auch der Abstieg in die Liga C, wenn man nicht mindestens einen Punkt aus Ungarn mitbrächte. Irgendwie schien es in den ersten 45 Minuten, dass der Spielverlauf in Serbien aus dem "Marakana von Belgrad" nach Budapest durchsickerte, denn die Milli Takim wirkte nicht so, als sei man völlig auf der Höhe. Problematisch war es beim Spielaufbau, denn der wirkte bei der Türkei sehr unorganisiert gegen die stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Ungarn. Das Team von Senol Günes mühte sich zwar, etwas Brauchbares aufs Tor der Ungarn zu bringen, aber es fehlte der letzte Druck. So ging es dann mit einem 0:0 in die Pause. Das würde trotz des Ergebnisses in Belgrad für einen Verbleib in der Liga B reichen.


In den zweiten 45 Minuten wurden die Ungarn etwas agiler, ohne dabei aber brandgefährlich zu werden. Ein Tor würde der Türkei aktuell zum Gruppensieg und Aufstieg reichen. Doch dann kam die verhängnisvolle 57. Spielminute. Mert Günok schlug einen Abschlag extrem unpräzise und daraus konnten die Ungarn einen Konter fahren. Nemanja Nikolic von Chicago Fire bediente mustergültig Zsolt Kalmar, der für den FSV Frankfurt und RB Leipzig spielte, der das Spielgerät an den Pfosten setzte. Doch bevor ein türkischer Verteidiger entscheidend an den Ball kam - es war Ozan Kabak von Schalke 04 - war David Siger von Ferencvaros Budapest an der Kugel und stocherte die Pille mit Kabak ins Netz – 1:0. Nun wurde es kritisch, denn damit wäre die Türkei in Liga C abgestiegen. Mindestens ein Tor musste her. Die Türkei stemmte sich gegen die Niederlage, aber es wollte nicht wirklich etwas gelingen – zumal die Ungarn nun hinten dicht machten und auf Konter setzten. Der zweite Treffer, das war auch den Mannen von Günes klar, würde unweigerlich den Abstieg bedeuten. Doch mit der kontrollierten Offensive gelang wenig. Und ausgerechnet ein Spieler, der in der Süper Lig für Kasimpasa spielt, sorgte dann für den KO-Schlag und den Abstieg. In der vierten Minute der Nachspielzeit gab es Ecke für die Milli Takim. Daraus entwickelte sich ein Konter, den Kevin Varga allein besorgte. Er marschierte über den halben Platz und setzte dann einen satten Schuss aus rund 16 Metern in die Maschen – 2:0 und das Aus. Hier lagen der mögliche Aufstieg in Liga A und der Abstieg in Liga C sehr dicht beieinander.


(ce)

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