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Türkei: Spielmanipulationsprozess gegen Fenerbahce wird neu verhandelt

17.7.2020 10:35 Uhr

Es war das Jahr 2011, als ein Verfahren wegen angeblicher Spielmanipulationen in der Süper Lig und im gesamten türkischen Fußball für großes Aufsehen sorgte. Mitten im Geschehen: Fenerbahce Istanbul und sein damaliger Präsident Aziz Yildirim. Nun wird der Fall wegen Formfehlern neu verhandelt. Das hatte der Kassationshof der Türkei bereits im Januar festgestellt. An den späteren Freisprüchen ändert das jedoch nichts, sagte Ex-Präsident Yildirim bereits im Januar des Jahres.

Aziz Yildirim wurde 2011 zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt und später freigesprochen. Nun ist das Verfahren am 16. Juli wegen Formfehlern vor einem Gericht in Istanbul wieder aufgenommen worden. Die Klage wurde als "Fall vom 3. Juli" bezeichnet. Nach dem Juli 2016 kehrte sich der Fall um. Das Istanbuler Gericht hat gestern einstimmig eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs angenommen, das Vorverfahren basierend auf Formfehlern aufzuheben und eine Wiederaufnahme zu starten. Die nächste Anhörung zu diesem Fall findet am 6. November statt.

Fall gegen Fenerbahce wird neu aufgerollt

Aziz Yildirim, der den Club Fenerbahce Istanbul zwei Jahrzehnte lang leitete und Ali Koc, der derzeitige Präsident von Fenerbahce, nahmen an der ersten Anhörung des Falls teil. "Dies war nie ein Fall von Spielmanipulationen. Es war Teil des FETÖ-Projekts, den Staat zu erobern" sagte der Ex-Präsident und forderte seinen Freispruch in der Sache bei der Wiederaufnahme des Verfahrens. "Selbst wenn sie uns zum Schafott bringen, wird unser letztes Wort Fenerbahçe sein."

Der türkische Fußball war zu dieser Zeit von dem Spielmanipulationsskandal durchgeschüttelt und bis in die Grundfeste erschüttert worden. Fenerbahce wurde damals beschuldigt, an der Spitze des Skandals zu stehen. Das hatte auch Auswirkungen auf den europäischen Fußball, da der Klub später für zwei Spielzeiten von der Teilnahme an europäischen Wettbewerben ausgeschlossen wurde. Yildirim selbst verbrachte von seiner Haftstrafe ein Jahr hinter Gittern und wurde beschuldigt, Spielmanipulationen vorgenommen und eine illegale Organisation gegründet zu haben.

(ce)

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