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Türkei setzt neuen Ausschuss zur Corona-Bekämpfung ein

27.6.2020 21:30 Uhr, von Andreas Neubrand

Ein neuer Untersuchungsausschuss, der unter dem Gremium des Social Sciences Board eingerichtet wurde, wird Empfehlungen zur Überprüfung und Feststellung ungenauer und unvollständiger Informationen über das neue Coronavirus ausarbeiten. Damit sollen Falschinformationen, die in der Öffentlichkeit Panik auslösen, verhindert werden.

Der Rat ist mit Wissenschaftlern aus den Fachbereichen Soziologie, Kommunikation, Psychologie, Religionssoziologie und Statistik besetzt. Am 23. Juni hielt die Gruppe ihre dritte Sitzung unter der Leitung von Gesundheitsminister Fahrettin Koca ab.

Entscheidungen im Einklang mit den Behörden

Mit diesem Gremium soll sichergestellt werden, dass die Regeln zur Bekämpfung der Pandemie strikt eingehalten werden. Dabei sollen alle Entscheidungen im Einklang mit den Behörden getroffen werden. So soll sichergestellt werden, dass die Menschen ihre tägliche Routine ohne Beschränkungen fortsetzen können.

Die bisherigen Erkenntnisse lassen jedoch den Schluss zu, dass die Bürger die Bedeutung der Vorschriften nicht ausreichend verstanden haben. Wichtige Arbeit der Kommission ist die Bekämpfung von Falschinformationen über das Virus.

Berücksichtigung von soziologischen Erkenntnissen

Wichtig bei der Bekämpfung sei dabei die Berücksichtigungen von gesellschaftspsychologischen Erkenntnissen. Dabei wird die demografische Struktur des Landes berücksichtigt und die Empfehlungen werden den jeweiligen Regionen angepasst. Bei den vorgeschlagenen Maßnahmen werde auch der psychologische Druck der Bürger berücksichtigt.

Hauptzielgruppe sind dabei vor allem junge Menschen, denen es schwerfällt, sich an die neuen Regeln zu halten. Prinzipiell soll jede Altersgruppe gesondert angesprochen werden.

"Wer stirbt, der stirbt"

Trotz der Verpflichtung der Menschen in 55 der insgesamt 81 Provinzen in der Türkei eine Gesichtsmaske in der Öffentlichkeit zu tragen, hat sich herausgestellt, dass sich besonders junge Menschen nicht an die Maßnahmen halten.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Demirören sagte beispielsweise der Jugendliche Göktug S., dass er sich weigere eine Maske zu tragen, weil er darunter zu sehr schwitze. "Irgendwann wird jeder infiziert. Wer stirbt, der stirbt und wer überlebt, der überlebt. Das Leben geht weiter", sagte er.

Strafen von bis zu 115 Euro

Und der Jugendliche Emir Ö. fügt hinzu: "Wir leben dieses Leben bereits zufällig. Wen kümmert es, wenn wir sterben?" Auch die Jugendliche Nehir sieht den Lockdown kritisch: "Wenn junge Leute immer draußen wären, gäbe es nicht diese Dichte."

In 55 Provinzen der Türkei gilt eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Verstöße werden mit einer Geldstrafe von bis zu 900 Lira (ungefähr 115 Euro) bestraft.

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