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Türkei: Sensationsteam Fatih Karagümrük mit Durchmarsch in die Süper Lig

30.7.2020 23:55 Uhr

Das Sensationsteam von Fatih Karagümrük aus Istanbul, dass mit vielen deutsch-türkischen Spielern im Kader antrat, hat den Aufstieg in die Süper Lig geschafft. Im Finale gegen Adana Demirspor, das in Ankara im Eryaman Stadium stattfand, stand es nach 90 und 120 Minuten 1:1. Im Elfmeterschießen hatten die Istanbuler die Nase mit 6:5 vorne. Damit schafften sie den Durchmarsch aus der dritten in die zweite Liga und sofort in die Süper Lig. Ein großer Erfolg und damit spielen nun mit Basaksehir, Besiktas, Fatih Karagümrük, Fenerbahce, Galatsaray und Kasimpasa sechs Klubs aus Istanbul im Oberhaus.

Es war das gewohnte Bild eines Finales um den Aufstieg ins fußballerische Oberhaus. Für beide Teams stand viel auf dem Spiel und das war deutlich auf dem Platz zu erkennen. Die Aktionen schwankten oftmals zwischen "zu zaghaft und ängstlich" bis zu "viel zu überhastet und überschnell". Beide Teams mühten sich, aber alle Aktionen wurden entweder von den Keepern zunichte gemacht oder die Schützen zielten nicht genau genug. Zumindest bis zur 40. Minute. Da gab es Freistoß für Fatih Karagümrük aus dem linken Halbfeld. Gut getimter Ball in die Mitte, bei Adana stimmte in der Hintermannschaft die Zuordnung nicht und Cagri Ortakaya konnte den Ball wuchtig mit dem Kopf in den Maschen platzieren – 0:1. Keeper Kurtulus Yurt hatte nicht den Hauch einer Abwehrchance. Dabei blieb es dann auch bis zur Pause.


Fatih Karagümrük nach 36 Jahren wieder erstklassig

In der zweiten Hälfte drückte Adana Demirspor mehr auf die Tube und arbeitete sich bis zum Ende einen Ballbesitzanteil von rund 64 Prozent. Karagümrük war bei den Schussversuchen weit aktiver, aber von 15 Versuchen gingen nur vier Versuche auf den Kasten. Da war Adana weit effizienter – fünf Schüsse und jeder ging aufs Tor. Aber daran sieht man, wo bei Adana das Problem lag: Man arbeitete nicht mit dem ausreichenden Druck aufs Tor und suchte nicht den Abschluss. Zumindest bis zur 69. Minute, denn da wurde es richtig sehenswert. Pa Dibba aus Gambia, der erst zur zweiten Hälfte kam, erhielt den Ball, nahm den wunderbar an, marschierte durch zwei Gegenspieler, um allein vor dem deutsch-türkischen Keeper Aykut Özer zu stehen, der in Hanau geboren wurde und für Eintracht Frankfurt spielte. Auch den überlistete Pa Dibba mit einem sehenswerten Schuss ins lange Eck – 1:1.


Beide Teams mühten sich, aber entweder standen die Abwehrreihen gut oder die Keeper waren hellwach. Das ging so weiter bis in die Verlängerung. Doch quasi in letzter Sekunde gab es eine riesige Chance für Adana Demirspor. Freistoß aus 16 Metern. Und hier zeigte Aykut Özer seine Klasse. Der Ball wäre genau im Winkel eingeschlagen, doch der 188 Zentimeter große Keeper fischte den Ball aus dem Kreuzeck – sensationell gehalten. So ging es ins Elfmeterschießen. Hier deutete sich an, dass Aykut Özer weit öfter die Ecke ahnte als sein Gegenüber Kurtulus Yurt, doch nicht an die platziert geschossenen Bälle kam. Bis zum sechsten Elfmeter von Adana. Der 22-jährige Fatih Kurucuk, der nach einer Platzwunde mit Kopfverband spielte, erzielte knochentrocken die 6:5 Führung für Fatih Karagümrük. Dann musste der Linksverteidiger Mehmet Uslu für Adana Demirspor antreten. Langer Anlauf und der sah schon gefährlich aus, ließ auf einen geschobenen Ball schließen. Und so kam es. Von sich aus ins linke Eck geschoben und Aykut Özer hatte den Braten gerochen. Den viel zu lasch geschossenen Ball konnte er mühelos abwehren und Fatih Karagümrük stand in der Süper Lig.


Es ist das dritte Mal, dass der Verein in der Süper Lig antritt. Zuletzt waren sie 1983/84 im fußballerischen Oberhaus der Türkei. Nach 36 Jahren Abstinenz sind sie nun wieder aufgestiegen.

(ce)

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