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Türkei: Sandhaie sind in der Ägäis gern gesehene Gäste

6.6.2020 10:41 Uhr

Im Zuge einer jährlich wiederkehrenden Routine kommen Sandhaie, die zu den gefährdeten Tierarten gehören, in die Region der Provinz Mugla in der Türkei. Sie bringen dort ihre Nachkommen zur Welt und ganze "Sandhai-Kindergärten" zeigen sich in der Boncuk Bucht am Anfang des Sommers jedes Jahr im Wasser.

Hürriyet besuchte die Boncuk-Bucht im Rahmen des Weltumwelttags und verfolgte die unter Wasser durchgeführten Arbeiten für Sandhaie, die aufgrund von Überfischung als gefährdet eingestuft sind. Normalerweise ist diese Haiart, die als vollkommen harmlos für Menschen gilt, da sie nicht aggressiv ist, im Atlantik und im Indopazifik. Die Bucht im touristischen Marmaris-Distrikt der südwestlichen Provinz Mugla wurde von der Generaldirektion für die Erhaltung des Naturerbes als Schutzzone ausgewiesen, nachdem festgestellt wurde, dass sie der einzige etablierte Kindergarten der Sandbankhaie im Mittelmeer ist.


Der Sandbankhai ist einer der größten Küstenhaie der Welt und sieht ähnlich aus wie andere gefährliche Haie – zum Beispiel Bullenhaie. Er gilt jedoch als nicht gefährlich für Menschen. Die Größe des Sandhais kann bis zu zweieinhalb Meter betragen und er frisst laut Bericht Fische, Rochen und Krabben. Der Sandhai kann mehr als 20 Jahre alt werden und dieser Zeitraum wird für Haie als "lang" angesehen. Da ihre Fruchtbarkeitsrate niedrig ist und sie unter Jagddruck stehen, ist es nicht gut um die Population der Haiart bestellt. Mehmet Ali Kahraman, General Manager für die Erhaltung natürlicher Ressourcen, unterstreicht die Bedeutung, die sie dem Schutz von Haien beimessen.

Provinz Mugla ist sehr aktiv beim Schutz des Meeres

Laut Kahraman stehen nicht nur Haie, sondern auch Seehunde, Stachelrochen und andere seltene Arten unter der Kontrolle des Ministeriums. Im Golf von Gökova, der Dutzende von Buchten wie die Boncuk-Bucht hat und in dem mehr als 200 Küstenfischer tätig sind, wurden 2010 sechs Gebiete für die Fischerei gesperrt. Das soll dafür sorgen, dass die reduzierten Fischbestände sich regenerieren und empfindliche Laichgebiete geschützt werden. Das Marine Ranger Service System wurde mit dem Gedanken entwickelt, dass die Schutzaktivitäten in den Gebieten verstärkt und die zuständigen Institutionen in dieser Hinsicht unterstützt werden sollten.

imago images / OceanPhoto

Die Ranger-Boote mit Kameras und anderer technologischer Ausrüstung wurden 2013 in Betrieb genommen. Die Mediterranean Conservation Society hat im Golf von Gökova ein Projekt durchgeführt, um Arten wie den Sandbankhai und die Mönchsrobben zu überwachen und zu schützen. Die Organisation arbeitet an vielen Themen, vom Schutz von Meerestieren bis hin zu illegaler Fischerei und Meeresverschmutzung. Die Gesellschaft, die auf internationaler Ebene einen angesehenen Platz einnimmt, hat mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt und Urbanisierung viele Projekte abgeschlossen. Das Team von 17 Personen unter der Leitung von Zafer Kizilkaya besteht aus Biologen, Zoologen und Experten für Meerestiere.

(ce)

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