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Türkei: Russische Urlauber können erst im August nach Antalya

24.7.2020 16:42 Uhr

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot bereitet sich laut Quellen aus dem Luftfahrtbereich darauf vor, die Flüge in die Türkei im August nach einer viermonatigen Pause aufgrund der Coronavirus- Pandemie wieder aufzunehmen. Aeroflot wird dem Bericht nach täglich zwei Flüge von Moskau in die Türkei durchführen. Mindestens ein Passagierflugzeug wird auch von Sankt Petersburg in die Türkei fliegen.

Der Durchschnittspreis für ein einzelnes Einwegflugticket von Russland in die Türkei wird wie vor der Pandemie bei rund 14.000 russischen Rubel (knapp 168 Euro) liegen. Am 22. Juli meldeten die russischen Behörden 5862 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 165 Todesfälle durch Covid-19. Damit lag die russische Infektionsrate verglichen mit der Türkei an diesem Tag beim 6,5-Fachen und die Todesrate beim 8,7-Fachen. In Bezug auf die Gesamtzahl der Corona-Infektionen liegt Russland mit 789.190 weltweit an vierter Stelle.

Charterflüge aus Russland starten erst in einigen Wochen

Derzeit dürfen nur türkische Passinhaber, Ausländer, die zur Einreise in die Türkei berechtigt sind, Russen mit einer Aufenthaltserlaubnis in der Türkei und Patienten, die einen Termin bei einer türkischen Gesundheitseinrichtung haben, von Russland in die Türkei fliegen. Turkish Airlines (THY) plant, die Flüge zu russischen Flughäfen am 1. August wieder zu starten. Die türkische Fluggesellschaft befindet sich in Gesprächen mit den russischen Behörden, um die Flüge nach Moskau, Sankt Petersburg, Rostow am Don, Kasan und Sotschi wieder aufzunehmen.

In der Zwischenzeit planen Reiseveranstalter, darunter Anex Tour, Odeon Tours, Coral Travel und Pegas Touristik, Charterflüge von Russland in die Türkei zu organisieren. Es kann jedoch mehrere Wochen dauern, bis die Charterflüge wieder aufgenommen werden, nachdem die Linienflüge wieder planmäßig fliegen. Am 15. Juli gab der türkische Verkehrs- und Infrastrukturminister Adil Karaismailoglu bekannt, dass beide Seiten vereinbart haben, die Flüge wieder aufzunehmen. Die russische Seite meldete jedoch keinen bestimmten Termin für den Start.

Kreml-Sprecher Dmitry Peskov erklärte, der russische Präsident Wladimir Putin und sein türkischer Amtskollege Recep Tayyip Erdogan hätten in einem Telefonat in der letzten Woche vereinbart, die seit Ende März ausgesetzten Flüge wieder aufzunehmen. Die beiden Amtskollegen hätten die zuständigen Regierungsstellen angewiesen, Gespräche zum Beginn des Flugverkehrs aufzunehmen, sagte Peskov, ohne weitere Einzelheiten anzugeben. Reiseveranstalter stünden im Kontakt mit den Fluggesellschaften, um sich Sitzplatz-Kontingente zu sichern.

Russland mit strategisch wichtiger Bedeutung für den Reisemarkt der Türkei

Im vergangenen Jahr besuchten sieben Millionen russische Touristen die Türkei und sechs Millionen von ihnen kamen in Antalya an. In diesem Jahr besuchten im Juni über 21.000 ausländische Touristen Antalya. Nach Angaben des Ministeriums für Kultur und Tourismus waren es im gleichen Monat des Vorjahres noch 2,2 Millionen. Die Provinz hat bereits in der ersten Juliwoche mehr als 27.000 Ausländer begrüßen dürfen, während die Ukrainer mit 10.498 Reisenden den größten Teil ausmachten. "Der russische Markt, der uns die meisten Touristen schickt, hat eine strategische Bedeutung für unseren Sektor", sagte Firuz Baglikaya, Präsident des Verbandes türkischer Reisebüros (TÜRSAB), letzte Woche.

Täglich landen über 140 Flugzeuge am Flughafen Antalya. Neben der Fluggesellschaft Turkish Airlines, der türkischen Billigfluggesellschaft Pegasus und SunExpress, einem Joint Venture von Turkish Airlines und der deutschen Lufthansa, haben viele europäische Fluggesellschaften Antalya im Programm. Dazu gehören Azur Air Ukraine, Ukraine International, SkyUp Airlines, Windrose, Air Astana, Edelweiss und Norwegian Air, Swiss International, Belavia, Air Serbia und FlyBosnia. Darüber hinaus organisieren einige Betreiber Charterflüge von der Ukraine, Weißrussland und Moldawien in die türkische Mittelmeerprovinz. Nachdem die Türkei 2019 mit 51,9 Millionen Menschen eine Rekordzahl an Besuchern angezogen hatte, nahm man vor der Coronavirus-Krise im Jahr 2020 insgesamt 60 Millionen Touristen im Visier. Die Tourismuseinnahmen des Landes beliefen sich 2019 auf 29,7 Milliarden Euro.

(ce)

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