DHA

Türkei: Rettungswagen mit mutmaßlich Corona-Infiziertem attackiert

30.3.2020 14:15 Uhr

Die Panik vor Covid-19 treibt beängstigende Blüten: Ein Rettungswagen in der Türkei, der eine Person mit einem vermuteten Coronavirus-Fall in ein Krankenhaus überführen sollte, wurde am 29. März im Istanbuler Stadtteil Pendik von Angreifern attackiert.

Eine Person stoppte den Rettungswagen auf dem Weg zum Krankenhaus und befragte die Besatzung nach der Identität der Person im Fahrzeug und wollte darüber hinaus in Erfahrung bringen, ob die Person im Fahrzeug den Virus hätte. Die Person griff daraufhin das Fahrzeug an und teilte Schläge aus, als die Besatzung des Rettungswagens sich weigerte, auf die unangemessenen Fragen zu antworten. Die Person folgte der Besatzung anschließend mit seinem Fahrzeug und zwang den Rettungswagen anzuhalten und schlug die Fenster des Fahrzeugs mit einem Pflasterstein ein.

Täter suchten vermeintlich nach Ausflüchten zum Tathergang

Nach dem Vorfall nahmen Sicherheitskräfte drei Personen fest, die angeblich an dem Angriff beteiligt waren. Eine weibliche Verdächtige wurde nach einer Befragung auf der Polizeistation freigelassen, während zwei weitere Verdächtige wegen Beschädigung von öffentlichem Eigentum festgenommen wurden. Einer der Verdächtigen wies die Behauptungen zurück und sagte, dass der Vorfall nicht mit dem Coronavirus zusammenhänge, sondern auf einen Streit mit dem Krankenwagenfahrer zurückzuführen sei.

In seiner Version der Geschichte argumentierte der Verdächtige, dass sein Freund wissen wollte, ob die Besatzung vor Ort ankam, um der Mutter des Freundes zu helfen, die an Asthma leidet. Aber der Fahrer wäre unhöflich gewesen. Zudem hätte der Rettungswagenfahrer angeblich absichtlich auf den Mietwagen der Beteiligten eingeschlagen und sei dann geflüchtet. Sie selbst hätten nur versucht, den Rettungswagen anzuhalten. Mit dem Pflasterstein habe der Beschuldigte nur geworfen, weil er letztendlich die Beherrschung verloren habe, so die Einlassungen zum Tathergang.

(ce)

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