Bentour

Türkei-Reiseveranstalter Bentour zieht wegen Quarantäne-Bestimmung vor Gericht

2.10.2020 10:56 Uhr

Schaffen es Bentour und sein CEO Deniz Ugur die Quarantäne-Bestimmungen der Bundesregierung im Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht zu kippen? Der Reiseveranstalter, der als Kerngeschäft die Reisen in die Türkei hat, klagt nun gemeinsam mit einer Reiserückkehrerin aus der Türkei gegen die Verordnung des Bundes. Bereits Ende der Woche - und damit vor Ferienbeginn - rechnet Ugur mit einer Rückmeldung des Gerichts.

Die Haltung von Deniz Ugur, CEO von Bentour, ist klar definiert: Wieso kann man in Deutschland in Bereiche reisen, die von den RKI-Zahlen über allen Grenzen liegen, aber man muss in eine staatlich verordnete Zwangsquarantäne, wenn man eine Reise ins Ausland – zum Beispiel in die Türkei – angetreten hat? Ein besonderer Dorn im Auge sind Deniz Ugur dabei die Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Hier greift die Quarantäne-Anordnung nach Reiserückkehr bereits monatelang. Erschwerend kommt hinzu, dass hier auch der negative PCR-Test nebst ärztlichem Attest aus der Türkei keinerlei Nutzen bringt, die Quarantäne abzuwenden. Dies soll den Maßstab ab 15. Oktober im gesamten Bundesgebiet abbilden und dagegen zieht Deniz Ugur mit Bentour zu Felde.

Kippt Bentour die Quarantäne-Verordnungen der Bundesregierung?

Die Marschrichtung ist dabei deutlich erkennbar und in den Augen sowie nach anwaltlich abgesicherter Rechtsauffassung von Deniz Ugur valide. Hier finden Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit statt, die nicht mehr motivierbar sind. Und exakt das will Ugur gerichtlich abgecheckt wissen. Dafür hat er sich der Zusammenarbeit mit einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht versichert. Der übernimmt den Fall einer Kundin von Bentour, die sich bei der Rückkehr aus Antalya nach Schleswig-Holstein in Quarantäne begeben musste – trotz eines negativen PCR-Tests, der über ein von der WHO anerkanntes Labor durchgeführt wurde und ihr Virusfreiheit attestierte.

Die Kosten für den Rechtsstreit werden von Bentour übernommen, die sich an die Seite ihrer Quarantäne-benachteiligten Kundin stellen. Man habe umgehend Klage beim Verwaltungsgericht Schleswig eingereicht und das per Eilantrag. Darum, so Ugur, hoffe man darauf, dass es noch in dieser Woche ein gerichtliches Feedback geben könnte. Die Hoffnungen, die Deniz Ugur als CEO von Bentour damit verbindet, liegen klar auf der Hand: Die neuen Quarantäne-Bestimmungen der Bundesregierung richterlich zu kippen. Denn das, was die Regierung dort ab 15. Oktober plane, sei der Todesstoß für die komplette Reisebranche und den Tourismus. Gerade in Bezug auf Reisen in die Türkei sei das Prozedere der Regierung völlig an den Realitäten vorbei operiert. Hier seien Sicherheits- und Hygieneregeln von A bis Z durchdacht. Daran sollte man sich – in Kombination mit einer Testung der Reiserückkehrer – orientieren und keine pauschalisierten Verordnungen in Sachen Quarantäne verhängen, die eine komplette Branche zum Stillstand verurteilen würden.

(ce)

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